Das Jungtier der Roten Varis

Das Jungtier der Roten Varis

Gestern abend ging ich nochmal für ein Stündchen in den Zoo und besuchte dort als erstes das Madagaskar-Haus. Die letzten Male hatte ich nicht viel von dem Jungtier der Roten Varis mitbekommen. Kein Wunder, sie sind auch eher dämmerungs- und nachtaktiv. Diesmal hatte ich Glück: Der Mini-Vari turnte fröhlich an den Kletterseilen herum, immer herauf und wieder runter. Einmal wurde es der Mama zu viel, sie schnappte ihn (mit der Schnauze) und schleppte ihn ins Schlaf-Häuschen. Das gab mir die Gelegenheit, auch die anderen Lemuren anzusehen. Als ich von meiner Runde zurückkam, war der kleine Rote Vari schon wieder unterwegs. Leider war es zu dunkel, um vernünftige Fotos zu machen. Auf dem Bild sieht man allerdings gut, wie enorm er (oder sie!) schon gewachsen ist. Abgesehen vom noch etwas dünn behaarten Schwanz und dem sehr kindlichen Gesichtsausdruck sieht er schon aus wie ein Großer!

In der Jungenaufzucht unterscheiden sich Rote Varis übrigens von anderen Lemuren. Normalerweise klammern sich die Kinder am Körper der Mutter fest und werden herumgetragen. Rote Varis bauen aus Zweigen, Blättern und ausgezupftem Fell Nester, in denen die Kleinen aufgezogen werden, bis sie etwa sieben Wochen alt sind. Andere Lemuren bringen normalerweise nur ein Baby oder Zwillinge zur Welt – anders könnten sie die Jungen ja auch nicht mit herumschleppen. Rote Varis können dagegen bis zu sechs Babys bekommen; meistens sind es zwei bis drei. Unsere Kölner Vari-Dame ist da also eher untypisch mit ihrem Einzelkind.


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