Anders als die Löwen trifft man den Tiger öfter mal wach an. Er tut mir immer leid, wie einsam er da in seinem Gehege lebt und er sieht wirklich sehr gelangweilt aus. Oft wandert er am hinteren Rand seines Geländes hin und her. In der Natur lebt er zwar auch einzelgängerisch, aber da hat er wenigstens was zu tun. Die Pfleger geben sich ja Mühe, die Tiere zu beschäftigen, aber ich finde, beim Tiger merkt man besonders, dass sie auch mal an ihre Grenzen stoßen.

Vorgestern nahm er zu meiner Begeisterung ein Bad. Auch dabei sah er gelangweilt aus, aber ich habe trotzdem die Kamera draufgehalten. ;-)


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4 Antworten zu “Der Tiger nimmt ein Bad”
  1. als laie und zoo-tourist unterstellt man den tieren ja gerne mal seine eigenen ansichten. (ich auch!) ;) dass man damit grundsätzlich immer falsch liegt, glaube ich ja gar nicht.
    nur wenn ich an meine katzen denke, die ich mal hatte, lagen die manchmal auch den lieben langen tag auf der faulen haut, vor allem die ältere, wetzten gemächlich eine halbe kralle, um sich dann doch wieder dösend in die sonne zu legen. gelangweilt schienen sie eigentlich immer nur, wenn sie blödsinn und irgendwas kaputt machten.

    ob der tiger lieber tauschen wollte mit einer freiheit, in der er tagelang auf futtersuche ist? man weiß es nicht. :)

  2. Petra Schulten sagt:

    Genau. Ich habe in einer der vielen Zoo-Sendungen mal gesehen, dass sich zwei Pfleger eine elende Mühe gemacht haben, um für Löwen Futter spannend einzupacken, damit sie mit der Futtersuche was zu tun hatten. Was haben die Löwen gemacht? Obwohl sie vorher einen Tag lang nichts zu fressen bekommen hatten, haben sie ein bisschen an den Futterpaketen herum gespielt, eine Verpackung kaputtgemacht und sich dann schlafen gelegt (mit dem Fleischgeruch in der Nase). Die Pflegerin meinte: “Löwen halt!” Und unsere in Köln schlafen auch den lieben langen Tag. Gestern hat die Löwin mal “aus dem Fenster” geguckt, das fand ich schon sehr ereignisreich! ;-)

    Trotzdem denke ich, dass zumindest einige Tiere die Enge des Zoos schon als quälend empfinden. Aber gerade unser Tiger (ein sibirischer, wenn ich mich nicht irre) hat auch keine echten Alternativen. Die Zahl der im Zoo gehaltenen Tiere entspricht ziemlich genau der Zahl der noch in Freiheit lebenden. 200 leben in Zoos, 230 in Freiheit, oder so ähnlich.

  3. wer weiß, vielleicht liegt der reiz für zoo-tiere mittlerweile im betrachten der besucher. ;)
    wenn ich daran denke, wie sich der gorilla auf den hügel setzte, als er uns sah, wartete, bis genügend zuschauende da waren, sich ein bisschen knipsen ließ, stelle ich mir schon die frage, wer hier eigentlich wen beobachtet. ;)

  4. Großkatzenhaltung ist denke ich immer problematisch. Tiger,Leoparden, Ozelot und Co. sind Einzelgänger und somit sicher schwere zu beschäftigen als Rudeltiere wie Löwen. Bei uns in Duisburg leben auch Sibirische Tiger, die Anlage ist aber deutlich kleiner als in Köln, sie streifen den lieben langen Tag im Kreis herum, wie alle Großkatzen ohne irgendeine Beschäftigung. (Wie nennt man das bloß noch mal??) Die Löwen schlafen auch dauernd, das tun sie in der Natur ja auch, bis 21 Stunden am Tag. Doch die können sich dann, wenn sie sie mal wach sind, mit den Gehegegenossen beschäftigen…

  5.  
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