Humboldt-Pinguine
Geschrieben von Petra Schulten in Tierarten + Gattungen, Tierbeobachtung, tags: Humboldt-Pinguin, PinguinDass ich für Lemuren schwärme, konnte ich bisher wohl nicht verbergen. Es gibt im Zoo aber noch eine Tierart, für die ich mir immer ein paar Minuten Zeit nehme. Das sind die Pinguine. Lange Jahre mochte ich die nicht so, weil ich in der Nähe von Bath mal in den Tropical Bird Gardens war, wo Humboldt-Pinguine frei herumliefen. Natürlich bückt man sich dann, der kommt auch angewatschelt, mal will ihn anfassen und was hat das kleine Miststück gemacht? Es hat mich gebissen! Die haben ganz schön scharfe Schnäbel!!
Das ist jetzt aber auch über 20 Jahre her und ich habe meinen Frieden mit diesen putzigen Tieren gemacht. Man darf halt von einem Pinguin nicht auf alle schließen. ;-)
Ich finde sehr rührend, dass viele Pinguin-Paare jahrelang zusammen bleiben. Und gerade zu dieser Jahreszeit sieht man sie auch meistens zu zweit. Wie das Pärchen, das ich hier fotografiert habe. Selbst wenn sich der (die) eine bückt, dann bückt sich der (die) andere in die gleiche Richtung und guckt auch mal, was da ist.
Umso entsetzer war ich, als ich gestern mal wieder eine Zoosendung guckte und zwar die aus dem Zoo in Münster. Da wurde ein Pinguin-Paar mit Gewalt aus der Bruthöhle gezerrt, weil es bekannt war, dass dieses Paar nicht erfolgreich brütet. Später wurde dann angedeutet, dass es sich wohl um zwei Männchen handelt – kein Wunder also, dass es keine kleinen Pinguine gibt. Die beiden wurden dann getrennt, um später mit anderen Gruppen vergesellschaftet zu werden. Hoffentlich würden sie sich dann mit Weibchen zusammentun und erfolgreich brüten.
Muss das sein? Bei stark bedrohten Tieren sehe ich ja normalerweise ein, dass jedes einzelne Jungtier zählt. Aber wir haben in europäischen Zoos rund 1.500 Humboldt-Pinguine – muss es dann wirklich sein, dass Paare auseinandergerissen werden, bloß weil sie schwul sind, ich meine, weil sie keine Eier legen? Tatsächlich sind Humboldt-Pinguine dafür bekannt, dass öfter mal gleichgeschlechtliche Paare zusammenleben – auch dann, wenn genügend Weibchen da sind.
Sehr beeindruckend sind die Lautäußerungen. Dazu legt der Pinguin den Kopf in den Nacken, öffnet den Schnabel und dann klingt’s wie ein Nebelhorn! Erstaunlich für so kleine Tiere.
Humboldt-Pinguine kommen aus Chile und Peru und leben dort an den Meeresküsten. Der Bestand ist auf unter 12.000 Brutpaare geschrumpft, weil die Meere dort überfischt sind, viele Pinguine in Fischernetzen sterben, unkontrollierter Tourismus und Guano-Abbau die Brutkolonien (zer)stört, weil Pinguineier gesammelt werden, mit Dynamit gefischt wird usw.
In anderen Zoos gibt es übrigens manchmal Pinguin-Paraden: Zu bestimmten Zeiten wandert der Pfleger mit den kleinen Watschelvögeln einmal rund um das Pinguin-Gehege herum. Ich weiß gar nicht, ob das nur zur Belustigung der Menschen dient, oder ob damit auch die Pinguine zum Sport angehalten werden. :-)
Wer die Gelegenheit hat, Pinguine unter Wasser zu beobachten, der sollte die Gelegenheit nutzen. So unbeholfen sie an Land sind, so schnell und elegant schwimmen sie. Bei uns in Köln kann man sie manchmal unter Wasser sehen, aber eigentlich halten sie sich eher auf dem Trockenen auf. In Basel dagegen ist ihr Bereich so gestaltet, dass das Schwimmen wohl mehr Spaß macht. In der Nähe des Aquarium-Ausgangs kann man in den Pinguin-Pool schauen und dort wäre ich am liebsten stundenlang geblieben, so gut haben mir die Schwimmkünste der Pinguine gefallen.
Wir haben in Köln übrigens auch Zwergpinguine, dazu schreibe ich dann aber später mal was.
















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Auf Teneriffa im Loro Parque ist die Humboldt (oder waren es Brillenpinguine) Anlage meiner Meinung nach besonders ausgefallen. Es gibt dort auch eine große Glasscheibe zum Beobachten der Pinguintauchgänge. Was mich irritiert hat, war, dass die Vögel sich das Becken mit einem fast 2m langen Sandtigerhai teilten! Außerdem werden in einem anderen Abteil des großen Gebäudes auch polare Pinguine gehalten: Königspinguine, Eselspinguine und die Felsenpinguine, die in einer Eiskuppel leben, mit Schneegestöber, lebenden Fischen im Wasser und allem Pinguinkomfort. Das geht sogar soweit, das ihnen im Herbst die Polarnacht vorgegaukelt und das Becken in völliger Dunkelheit belassen wird. Während dieser Zeit ist der Besuch der Anlage untersagt. Die Zwergpinguine sollen ja auch eine Rarität in aueraustralischen Zoos sein. War der Kölner Zoo nicht der einzige in Europa, der die Zwerge hält?
ich find das so toll, dass man bei dir immer einzelnes zum verhalten der tiere lesen kann! toll und danke! :)
und ja, ich seh das genau so: dass man tier-pärchen auseinander reißt und trennt, nur weil sie gleichgeschlechtlich sind geht für mich in richtung homophobie…
ich spekuliere sogar mal wild umher, dass pinguine, die eben eine lebenslange partnerschaft eingehen, gerade unter solchen fragwürdigen maßnahmen, sehr leiden. womöglich mehr, als tiere, die polygame beziehungen eingehen.
Das ist doch eigentlich klar, dass sie mehr darunter leiden. Da lebt man mit dem Partner friedlich zusammen und dann kommt da einer und nimmt ihn oder sie mit! Einem Pinguin, Schwan, Wal usw. shadet das sicher mehr als einem anderen Tier…
[...] Pinguinart schon sehr stark dezimiert und in freier Wildbahn werden die lebenden Brutpaare auf weniger als 12.000 geschätzt. Das Brutpaare nicht immer das bedeutet was der primitive Zoobesucher gleich vor Augen hat, zeigen [...]