Archiv für April 2009

Nachdem ich an meiner Kamera den Modus “Shoot without flash in low light to reduce blur” entdeckt hatte, konnte ich bei der Tiefsee-Ausstellung auch recht ordentliche Bilder machen, obwohl wir uns größtenteils im Stockfinsteren bewegten.

Besonders beeindruckt hat uns der Anglerfisch, der überall als das Tiefsee-Grusel-Tier schlechthin angepriesen wird und auch die Plakate für diese Ausstellung ziert. Er ist nur ca. 5 Zentimeter groß! Allerdings ist seine Technik trotzdem gemein: Er hat am Kopf einen länglichen Auswuchs (wie eine kleine Angelrute) und am Ende baumelt ein kleiner beleuchteter Knubbel. Diesen halten die noch kleineren Tiefseefische für Beute, schwimmen darauf zu und landen direkt im weit aufgesperrten Maul des Anglerfisches!

Mich als Spinnen-Phobiker hat natürlich auch die japanische Riesenseespinne verschreckt, die eine Spannweite von 3 Metern hat! Gut, dass ich ihr wohl nie begegnen werden, denn da wäre ein Herzinfarkt vorprogrammiert. ;-)

Hier also die lieblichen Tiere, die sich tief unter der Meeresoberfläche tummeln:

Wie im anderen Artikel schon erwähnt, handelt es sich teilweise um Präparate in diversen Flüssigkeiten, teilweise um Nachbildungen, die oft aus Abgüssen hergestellt wurden.

Kleine Anekdote zum Schluss: Im letzten Bereich befanden sich beleuchtete Gläser mit allerhand nicht näher beschriebenen Exponaten (siehe letztes Bild). Dazu ein Kind: “Die sind in Öl eingelegt, kann man die essen?”

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Schlange vor der Tiefseeausstellung in Frankfurt

Schlange vor der Tiefseeausstellung in Frankfurt

Zusammen mit meinem Freund und seiner Tochter war ich vorgestern in Frankfurt, u. a. um mir die Tiefsee-Ausstellung anzusehen, die dort auf dem Gelände des Senckenbergmuseums noch bis Juni gastiert.

Und weil es dort, weit unten im Ozean, vor Tierchen nur so wimmelt, passt das thematisch ja auch irgendwie in dieses Blog. :-)

Eine halbe Stunde etwa mussten wir Schlange stehen, weil sich immer nur 200 Gäste gleichzeitig in dem provisorischen Bau aufhalten dürfen. Die Räume sind zwar relativ groß, aber die Exponate nicht und daher wäre die Ausstellung mit mehr Personen auch stark überfüllt gewesen. Teil Eins der Ausstellung im oberen Geschoss ist komplett in verdunkelten Räumen aufgebaut. Abwechselnd werden die Lebewesen selbst als Präparate oder Nachbildungen präsentiert, oder Monitore zeigen Filme über die Forschung oder die Tiere. Manchmal sind auch andere Ausstellungsstücke zu sehen, z. B. eine völlig zusammengedrückte Plastikflasche, die zeigt, welche Auswirkungen der Wasserdruck hat. Daneben erklärt blauleuchtender Text die Exponate.

Grafik über Tauchtiefe

Grafik über Tauchtiefe

Kinder durften in eine Tauchkugel klettern, wie sie noch vor etwa 50 Jahren benutzt wurde. In einem U-Boot wurden auf Monitore und in den vermeintlichen Fenstern gezeigt, was man bei einer Tiefseefahrt sehen könnte. Eine große Karte der Gegend um Skandinavien herum war mit Zeichnungen von Tieren versehen, die man vor hunderten von Jahren in diesen Meeren vermutete, inspiriert von Walen und anderen Meereslebewesen oder von Tierkadverteilen, die aus der Tiefsee nach oben gespült wurden. Eine Grafik zeigte, in welcher Tiefe uns bekannte Tiere wie Wale leben können und wie weit U-Boote schon heruntertauchen konnten. Sonst wurden fast nur die Lebewesen der Tiefsee selbst präsentiert.

Leider waren ein Großteil der Besucher Kinder, viele davon noch sehr klein. Ich kenne Kinder, die bereits im Alter von etwa 5 Jahren Spaß an dieser Ausstellung gehabt hätten. Allerdings muss man dann als erwachsener Begleiter die vorhandenen Texte überfliegen und kindgerecht wiedergeben. Das machte aber kaum jemand und so rannten viele kleine Kinder in den dunklen Räumen herum und langweilten sich, weil sie nach einem Blick auf einen Fisch oder ein merkwürdiges Tier, zu dem sie gar keinen Bezug haben, nichts mehr zu tun hatten!

Typische Exponate aus der Tiefsee-Ausstellung, in der Mitte eine Wasserlilie

Typische Exponate aus der Tiefsee-Ausstellung, in der Mitte eine Wasserlilie

Im unteren Geschoss der Ausstellung hingen lebensgroße Wal- und Tiefsee-Kalmar-Nachbildungen an der Decke. Es wurden Filme über die Tiefsee, Umweltverschmutzung, Rohstoffgewinnung aus dem Ozean und andere Themen auf großen Leinwänden und kleinen Monitoren gezeigt. Der Tiefseeshop mit hübschen T-Shirts, leuchtenden Kugelschreibern, mit Fischen verzierten Taschen und anderem netten Firlefanz war die letzte Station vor dem Ausgang.

Fazit: Sehr empfehlenswert, auch für Kinder, allerdings erst ab ca. 8 Jahren. Für jüngere Kinder nur dann, wenn sie schon Erfahrung mit Museen und dergleichen haben – und wenn die Eltern bereit sind, ihnen kindgerecht wiederzugeben, was sie selbst gerade lernen. Für Erwachsene, die sich für Biologie interessieren, ist es auf jeden Fall einen Besuch wert!

Dies ist Teil 1 meines Berichts; Teil 2 ist hauptsächlich eine Bildergalerie und erscheint morgen.

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Lemuren habe ich in zuerst Apenheul kennengelernt. Wenn Ihr nicht gerade Affenhasser seid, dann müsst Ihr da unbedingt hin. Apenheul ist ein auf Affen spezialisierter Zoo in der Nähe von Apeldoorn in den Niederlanden. Sehr viele Tiere leben hier frei oder quasi-frei, und entsprechend ist auch der Kontakt mit dem Besucher viel intensiver. Hier der Link: http://www.apenheul.nl/

Auch die Lemuren laufen in Apenheul frei herum, gehören aber (anders als z. B. Totenkopfäffchen) nicht zu den Tieren, die sich für Menschen interessieren. Stattdessen beschäftigen sie sich mit dem Futter und miteinander. Ehrlich gesagt, wenn ich ein so elegantes graziles Tier wäre, fände ich meine Artgenossen auch spannender als doofe und peinlich gekleidete Menschen! ;-)

Denn das ist es, was mir an den Lemuren so gefällt – sie sind unglaublich leichtfüßig und geschickt, haben ein traumhaft schönes Fell und einige leben außerdem im Matriarchat – Männer haben wenig zu sagen und so ist das Zusammensein dann auch relativ friedlich! *kicher*

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Humboldt-Pinguin-Paar

Humboldt-Pinguin-Paar

Dass ich für Lemuren schwärme, konnte ich bisher wohl nicht verbergen. Es gibt im Zoo aber noch eine Tierart, für die ich mir immer ein paar Minuten Zeit nehme. Das sind die Pinguine. Lange Jahre mochte ich die nicht so, weil ich in der Nähe von Bath mal in den Tropical Bird Gardens war, wo Humboldt-Pinguine frei herumliefen. Natürlich bückt man sich dann, der kommt auch angewatschelt, mal will ihn anfassen und was hat das kleine Miststück gemacht? Es hat mich gebissen! Die haben ganz schön scharfe Schnäbel!!

Das ist jetzt aber auch über 20 Jahre her und ich habe meinen Frieden mit diesen putzigen Tieren gemacht. Man darf halt von einem Pinguin nicht auf alle schließen. ;-)

Ich finde sehr rührend, dass viele Pinguin-Paare jahrelang zusammen bleiben. Und gerade zu dieser Jahreszeit sieht man sie auch meistens zu zweit. Wie das Pärchen, das ich hier fotografiert habe. Selbst wenn sich der (die) eine bückt, dann bückt sich der (die) andere in die gleiche Richtung und guckt auch mal, was da ist.

Umso entsetzer war ich, als ich gestern mal wieder eine Zoosendung guckte und zwar die aus dem Zoo in Münster. Da wurde ein Pinguin-Paar mit Gewalt aus der Bruthöhle gezerrt, weil es bekannt war, dass dieses Paar nicht erfolgreich brütet. Später wurde dann angedeutet, dass es sich wohl um zwei Männchen handelt – kein Wunder also, dass es keine kleinen Pinguine gibt. Die beiden wurden dann getrennt, um später mit anderen Gruppen vergesellschaftet zu werden. Hoffentlich würden sie sich dann mit Weibchen zusammentun und erfolgreich brüten.

Muss das sein? Bei stark bedrohten Tieren sehe ich ja normalerweise ein, dass jedes einzelne Jungtier zählt. Aber wir haben in europäischen Zoos rund 1.500 Humboldt-Pinguine – muss es dann wirklich sein, dass Paare auseinandergerissen werden, bloß weil sie schwul sind, ich meine, weil sie keine Eier legen? Tatsächlich sind Humboldt-Pinguine dafür bekannt, dass öfter mal gleichgeschlechtliche Paare zusammenleben – auch dann, wenn genügend Weibchen da sind.

Humboldt-Pinguin unter Wasser

Humboldt-Pinguin unter Wasser

Sehr beeindruckend sind die Lautäußerungen. Dazu legt der Pinguin den Kopf in den Nacken, öffnet den Schnabel und dann klingt’s wie ein Nebelhorn! Erstaunlich für so kleine Tiere.

Humboldt-Pinguine kommen aus Chile und Peru und leben dort an den Meeresküsten. Der Bestand ist auf unter 12.000 Brutpaare geschrumpft, weil die Meere dort überfischt sind, viele Pinguine in Fischernetzen sterben, unkontrollierter Tourismus und Guano-Abbau die Brutkolonien (zer)stört, weil Pinguineier gesammelt werden, mit Dynamit gefischt wird usw.

In anderen Zoos gibt es übrigens manchmal Pinguin-Paraden: Zu  bestimmten Zeiten wandert der Pfleger mit den kleinen Watschelvögeln einmal rund um das Pinguin-Gehege herum. Ich weiß gar nicht, ob das nur zur Belustigung der Menschen dient, oder ob damit auch die Pinguine zum Sport angehalten werden. :-)

Wer die Gelegenheit hat, Pinguine unter Wasser zu beobachten, der sollte die Gelegenheit nutzen. So unbeholfen sie an Land sind, so schnell und elegant schwimmen sie. Bei uns in Köln kann man sie manchmal unter Wasser sehen, aber eigentlich halten sie sich eher auf dem Trockenen auf. In Basel dagegen ist ihr Bereich so gestaltet, dass das Schwimmen wohl mehr Spaß macht. In der Nähe des Aquarium-Ausgangs kann man in den Pinguin-Pool schauen und dort wäre ich am liebsten stundenlang geblieben, so gut haben mir die Schwimmkünste der Pinguine gefallen.

Wir haben in Köln übrigens auch Zwergpinguine, dazu schreibe ich dann aber später mal was.

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Flachlandtapir

Flachlandtapir

Unser Tapir fällt selten durch große Geschäftigkeit auf. Umso überraschter war ich, als ich ihn neulich im Wasser antraf, wo er offenbar Sport trieb. Mit flottem Schritt trabte er durch seinen Wassergraben, wendete am Ende, verschnaufte für zwei oder drei Atemzüge und joggte wieder los. Immer hin und her!

In Köln haben wir einen Flachlandtapir, der gehört zu den drei Arten aus Südamerika. In Südostasien gibt es noch den – wie ich finde – etwas hübscheren Schabrackentapir. Hier ein Bericht über den Baby-Tapir aus dem Dortmunder Zoo:

http://wdrblog.de/zoos_nrw/2009/04/er_schaut_aus_a.html

Flachlandtapire sind Vegetarier und werden bis zu 250 kg schwer.

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Das alte historische Südamerika-Haus wurde erstmal stillgelegt und soll saniert werden. Obwohl die Außenkäfige noch eingerichtet sind, wohnt aber niemand mehr dort. Niemand? Fast niemand, denn an den Seitentrakten schließen sich recht große Gehege an, die auch von außen gut zu sehen sind. Auf der einen Seite leben die Bartaffen hinter Doppelglas, deswegen versuche ich gar nicht erst, dort Fotos zu machen. Die Bartaffen werden übrigens demnächst in eine neue Anlage gegenüber des Außengeheges der Orang Utans ziehen. Auf der anderen Seite des alten Südamerika-Hauses ist ein recht großer Außenbereich, da sind bei warmem Wetter schon manchmal die Tamarine draußen und zwar, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, die Rotbauchtamarine (ich verwechsele immer die Rotbauchtamarine und die Braunrückentamarine).

Die anderen Äffchen wohnen jetzt alle im neuen Südamerika-Haus hinter dem Tapir-Gelände. Leider auch hinter spiegeligem Glas, daher haben die Fotos alle keine dolle Qualität, aber erkennen kann man trotzdem was.

Die haben eine hübsche Wohngemeinschaft und können zwischen den verschiedenen Abteilen hin- und herlaufen. Außer den Brüllaffen, Rothandtamarinen und Meerschweinen wohnen auch noch Gelbbrustkapuzineraffen und Goldgelbe Löwenäffchen in dem Haus.

Alle kleineren Affen bekommen übrigens ihre vegetarische Nahrung auf Seilen aufgefädelt an andere Seile gehängt. Das sieht hübsch aus. Neulich rief ein Zoobesucher: “Heute gibt’s Ratatouille!” und tatsächlich, da hingen Auberginen, Zucchini und Paprika am Seil! :-)

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Heute morgen sprang im Berliner Zoo eine wohl geistig verwirrte 32jährige Frau ins Wasser zu den Eisbären. Einige der rund 50 Zuschauer, die auf die Fütterung warteten, riefen um Hilfe. Mehrere Tierpfleger lenkten die Bären ab und hielten sie mit Stangen von der Frau fern, während sie Rettungsversuche unternahmen. Die Berlinerin konnte gerettet werden, hatte aber vom Angriff eines Eisbären einige Bisswunden an Armen und Beinen. Es besteht keine Lebensgefahr.

Mehr dazu in der Berliner Morgenpost:

http://www.morgenpost.de/berlin/article1071344

In Köln haben wir seit vielen Jahren keine Eisbären mehr, daher illustriere ich den Artikel mit einem Grizzly

In Köln haben wir seit vielen Jahren keine Eisbären mehr, daher illustriere ich den Artikel mit einem Grizzly

Dort wird auch erwähnt, dass ein Mann im letzten Dezember den berühmten Eisbären Knut in seiner Anlage besuchen wollte. Dem Mann ist nichts passiert, scheinbar konnte der Pfleger den Bären rechtzeitig in einen anderen Bereich des Geheges sperren.

Was mich sehr bei der Berichterstattung wundert, ist, dass mehrmals betont wird, dass Knut nicht der angreifende Bär war. Befürchtet man, dass das Interesse an dem Publikumsliebling nachlässt, wenn er sich ganz normal eisbärig verhält?

In anderen Blogs habe ich gelesen, dass die Gehege von Knut und Flocke in ihren jeweiligen Zoos immer sehr gut besucht sind, während bei den anderen Eisbären viel weniger los ist. Das wundert mich wirklich. Klar, dass man Eisbärenbabies besonders gerne anschaut, die sind ja – ebenso wie alle anderen Bärenjungen – sehr niedlich. Aber jetzt, wo die zwei erwachsen sind?! Menschen sind doch sehr merkwürdig, auch wenn sie nicht geistig verwirrt sind…

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Hier gibt es noch ein paar Blümchen und andere Pflanzennahrung fürs Auge. ;-)

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