Ich verspreche Euch, es kommen bald auch wieder Berichte aus dem Kölner Zoo, aber heute habe ich nochmal was ganz besonderes aus der Lemuren-Welt.

Ende April ist nämlich im Zoo von Denver ein kleines Fingertier zur Welt gekommen. Fingertiere gehören auch zu den Lemuren und sind vom Aussterben bedroht. Ich habe hier zwei Videos eingebunden – erst eines aus dem Zoo von San Francisco, wo im letzten Jahr ein Fingertier-Jungtier zur Welt kam, und ich habe für Euch transkribiert und übersetzt, was dort erzählt wird. Weiter unten kommt dann das zweite Video über das Aye-aye (so werden Fingertiere auch genannt) in Denver.

ENGLISCH:

I’m Corinne MacDonald, the temporary animal care supervisor for primates here at the San Francisco Zoo. I’m here to talk to you about our recent birth, our aye-aye.

Aye-ayes are nocturnal prosimians which means basically they are primates that are active at night. So during our daylight hours they sleep, during our night time they are out in the forest, foraging, eating, very active. They go to deadfall, they tap on the deadfall, they try to listen for the reveberations which tells them hopefully that there’s a grub, bird in that wood.

They then use those rodent-like incisors to tear open that wood and they use those skeletal fingers, skeletal-like long middle finger, very sharp claw, to jab that grub out. The infant will eventually learn that behaviour from Mom as well.

Now on the day we found the infant it was real special. As I mentioned they are nocturnal animals. We have a unique system here set up where their enclosure is dark during our business hours. THe lights change somewhere between 9:30 and 10:30 in the morning and again the same at 9:30 or so at night
It’s not unusual for them to have slept in occasionally, sometimes 11, 12, we see them start to get up, forage around.

The keepers always check on them to see that they look good. The keeper that day saw mum in the nest and thought „ok, she’s sleeping in“. A little later in the day she was thinking „why isn’t she getting up“, so she roused her up, got mom out of the nest and behold, there is someone else with mom in the nest. We’re not exactly sure when the infant was born because it was probably in the evening hours of the 20th, possibly early hours of the 21st, so we’re calling it 20, 21 we’ll nail that down, when we can get a better idea of the exact age, exact time of birth.

But again like I said the infant’s doing really well. It’s the second second generation born in captivity in the world. It’s monumental. It’s a wonderful, incredible opportunity for us here at San Francisco to be a part of this. It’s an honour and a privilege to work with Duke on this and to be able to see this animal. And to have an infant born is really just icing on the cake. We’re hoping that this little type will be an ambassador, not only for its species but for wildlife worldwide.

DEUTSCH:

Ich bin Corinne MacDonald, und arbeite als Revierleiter bei den Primaten hier im Zoo von San Francisco. Ich will euch etwas über die Geburt erzählen, die hier kürzlich stattfand, unser Fingertier (Aye-aye).

Fingertiere sind nachtaktive Halbaffen (Lemuren). Sie schlafen während unserer Tagesstunden und während unserer Nacht sind sie sehr aktiv im Wald und auf Futtersuche. Sie suchen totes Holz, klopfen auf das Holz und durch den Hall des Klopfgeräusches entdecken sie dann hoffentlich, dass dort eine Larve ist oder ein Vogel.

Sie benutzen dann ihre Schneidezähne, die denen der Nagetiere ähneln, um das Holz aufzureißen und benutzen den langen Mittelfinger, der fast nur aus Knochen besteht und eine scharfe Kralle hat, um die Larve herauszuziehen. Babys lernen dieses Verhalten mit der Zeit von der Mutter.

Der Tag als wir unser Baby fanden, war es etwas ganz besonderes. Wie ich schon erwähnte, sind Fingertiere nachtaktiv. Wir haben hier ein System, das das Gehege der Fingertiere während der Besuchszeit dunkel lässt. Das Licht wird zwischen 9:30 und 10:30 Uhr am Morgen ausgeschaltet und abends gegen 9:30 Uhr wieder eingeschaltet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie lange schlafe, manchmal bis 11 oder 12 Uhr. Dann sehen wir, wie sie aufstehen und herumstromern.

Die Tierpfleger schauen regelmäßig nach, ob alles im Gehege gut aussieht. Die Pflegerin an dem Tag sah, dass die Mama noch im Nest saß und dachte „ok, sie will lange schlafen“. Etwas später an dem Tag dachte sie „warum steht sie denn immer noch nicht auf?“. Sie weckte sie und holte sie aus dem Nest und siehe da, da war noch jemand bei Mama im Nest! Wir wissen nicht genau, wann dieses Baby geboren wurde, wahrscheinlich in den Abendstunden des 20., vielleicht in den frühen Morgenstunden des 21. – wir finden die genaue Zeit und das Datum noch heraus.

Wie ich schon sagte, dem Baby geht es sehr gut. Es ist das zweite im Zoo geborenen Fingertier, von den in Gefangenschaft geborenen. Es ist großartig. Es ist eine wunderbare, unglaubliche Möglichkeit, Teil von diesen Ereignissen zu sein für uns hier im Zoo von San Francisco. Es ist eine große Ehre, mit Duke zusammen arbeiten zu können und dieses Tier zu sehen. Dann noch zu erleben, wie ein Baby hier geboren wird, ist der Höhepunkt! Wir hoffen, dass dieses kleine Geschöpf ein Botschafter wird, nicht nur für seine Spezies, sondern für wilde Tiere weltweit.

Hier jetzt das Video über das Fingertier aus Denver, das am 18. April 2009 zur Welt kam:

Übrigens gibt es auch in Deutschland Fingertiere, nämlich in den Zoos von Frankfurt und Berlin. Falls Ihr weitere Zoos in Deutschland oder Umgebung kennt, in denen diese erstaunlichen Tiere leben, freue ich mich über einen Kommentar.

Be Sociable, Share!
Hinterlasse einen Kommentar


Blog Top Liste - by TopBlogs.de blogoscoop