Archiv für Juni 2009

Erdmännchen mit Jungtier

Erdmännchen mit Jungtier

Kaum ein Zoo, in dem es sie nicht gibt: Erdmännchen. Und immer steht eine Horde Kinder drumherum und auch die Erwachsenen können sich oft kaum losreißen. In Köln haben wir eine besonders schön große Gruppe und sie sind ganzjährig zu sehen. Wenn es eigentlich zu kalt für sie ist, stehen große Tonschalen und Körbe bereit, die mit Wärmelampen bestrahlt werden. Da sitzen sie dann dicht gedrängt, bis ihnen wieder warm genug ist, um Löcher zu graben und zu tun, was Erdmännchen eben sonst so tun. Im Moment ist der Andrang besonders groß, denn sie haben Babys. Da sind die Kinder dann komplett außer sich!

Erdmännchen kommen aus den südlichen Ländern Afrikas und leben dort in Savannen und Halbwüsten. Gern übernehmen sie die Bauten anderer Tiere, z. B. von Erdhörnchen. Während die meisten nach Nahrung suchen, halten einige Tiere immer Wache, das sind die, die aufrecht stehen (so hat man als Winzling einen besseren Überblick) und sich umsehen. In Afrika ernähren sie sich hauptsächlich von Insekten, sonst noch von anderen kleinen Tieren. Im Zoo werden sie oft mit toten Mäusen und dergleichen gefüttert.

Erdmännchen im Kölner Zoo

Erdmännchen im Kölner Zoo

Erdmännchenjunge müssen erst lernen, wie man Beute macht – wenn sie etwas größer sind, bringen die Eltern Tiere mit, die noch halblebendig sind, damit die Kleinen lernen, wie man damit umgehen muss, gerade bei giftigen Tieren. Gegen das Gift etlicher Insekten und Arachnidae sind sie immun. In ihrer Heimat ziehen die Tiere weiter, wenn sie alles aufgefressen haben, was im Umfeld des Baus lebt.

Meistens hat nur das Alpha-Paar der Gruppe Jungtiere. Die Kleinen werden aber auch von anderen Tieren als den Eltern beaufsichtigt und niedrigrangige Weibchen geben sogar Milch für die Jungen des Alpha-Paares.

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Der Kragenbär aus dem Kölner Zoo ist tot

Der Kragenbär aus dem Kölner Zoo ist tot

Schon beim letzten Besuch im Zoo war der Kragenbär nicht zu sehen. Das war mir nicht weiter aufgefallen, weil er sowieso meist nur bei schönem Wetter draußen ist. Gestern allerdings rannte ein Malaienbär in seinem Gehege herum. Erst ganz gegen Ende meines Zoobesuchs fand ich eine nette Tierpflegerin, die mir Auskunft geben konnte: Der Kragenbär ist gestorben. Er war Epileptiker und musste Medikamente deswegen nehmen. Neulich bekam er einen so schweren Anfall, dass er anschließend ins Koma fiel und nicht gerettet werden konnte. Er war auch schon sehr alt.

Ich musste sehr mit den Tränen kämpfen – schließlich habe ich ihn besonders in mein Herz geschlossen. Er war bestimmt eines der am wenigsten “schönen” Tiere im Zoo mit seinem verknitterten Gesicht und seinen O-Beinen. Ich will auch nicht, dass die Tiere ewig leben – im Zoo wird ihre natürliche Lebensspanne ja schon enorm verlängert, gerade bei einem kranken Tier, das ohne Medikamente wahrscheinlich längst gestorben wäre. Auch finde ich, dass gerade Bären es im Zoo und speziell im Kölner Zoo nicht besonders gut haben – die Gehege sind doch sehr alt und recht klein und überhaupt: Tiere, die wie Bären so viel herumwandern sind sicher in Freiheit glücklicher.

Aber der alte Kragenbär hatte Charakter und was ich in meinem ersten Artikel über ihn geschrieben habe, ist gar nicht nur im Spaß gemeint. Sein “mangelnder Sinn für Eleganz” hat mir wirklich gefallen – an ihm sah man gut, dass Schönheit nicht das Maß aller Dinge ist – wenn man bereit ist, auch andere Dinge zu sehen. Mindestens einmal habe ich Zoo-Besucher gehört, die sagten: “Ist der hässlich! Lass uns weitergehen.” Aber andere blieben stehen und haben geguckt und fanden ihn charmant und eigenwillig und einzigartig.

Ich freue mich jedenfalls SEHR, dass ich ihn noch kennengelernt habe und dass er in diesem Frühjahr noch einige schöne Tage draußen hatte, denn sein Sonnenbad und auch das Plantschen in seinem Wassergraben hat er offensichtlich genossen.

Im Frühjahr hatte er offensichtlich Spaß am Bad in Wasser und Sonne

Im Frühjahr hatte er offensichtlich Spaß am Bad in Wasser und Sonne

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Schwarzhalsschwan - man muss sich nur in Szene zu setzen wissen!

Schwarzhalsschwan - man muss sich nur in Szene zu setzen wissen!

Schwarzhalsschwäne leben in Südamerika und gehören dort zu den Zugvögeln. Sie brüten ganz im Süden und ziehen dann im Winter in den Norden bis Paraguay und Südbrasilien. Die Tiere wiegen etwa vier bis sechs Kilogramm, wobei Männchen deutlich größer werden als Weibchen. Hier in Köln haben wir sehr viele Wasservögel: Enten, Gänse, Pelikane, Flamingos, Schwäne und noch etliche mehr.

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Rotbauchmaki-Weibchen

Rotbauchmaki-Weibchen

Heute war ein Glückstag – ich habe sie gesehen. Die Rotbauchmakis waren nicht nur wach, nein, sie setzten sich auch dahin, wo ich sie fotografieren konnte. Sonst sind sie nämlich in ihrem Häuschen oder sie sitzen draußen, auf dem obersten Brett ihres Außenkäfigs. Dort blendet das Glas so brutal, dass man kaum mehr als einen schwarzen Fleck sieht.

Rotbauchmakis heißen sie, weil Männchen einen roten Bauch haben. Jungtiere und Weibchen haben dagegen einen weißen Bauch. Bei den Männchen ist die weiße Zeichnung um und unter den Augen ausgeprägter als bei den Weibchen.

Wie alle Lemuren leben sie auf Madagaskar. Dort findet man sie im Osten, im Hochland und in mittleren Höhenlagen. Sie leben in Familiengruppen von bis zu zehn Tieren, die von Weibchen angeführt werden. Paare bleiben normalerweise ein Leben lang zusammen – das kommt bei Lemuren sonst nicht so häufig vor. Sie fressen bevorzugt Früchte, sonst Blüten, Blätter, anderes Pflanzenmaterial und Insekten sowie Tausendfüßler, auf die sie spucken, ehe sie sie essen – das neutralisiert möglicherweise das Gift des Tieres.

Rotbauchmaki-Männchen

Rotbauchmaki-Männchen

Jungtiere kommen normalerweise im September oder Oktober zur Welt. Sie wiegen dann nur 60 bis 70 Gramm. Die Mutter trägt die maximal zwei Jungtiere zwei Wochen lang herum und säugt sie. Bis die Kleinen 5 Wochen alt sind, werden sie weiterhin gesäugt, aber beide Eltern kümmern sich um sie. Danach will die Mutter oft nichts mehr mit ihnen zu tun haben und der Vater versorgt die Jungtiere, bis sie etwa drei-einhalb Monate alt sind. Erwachsene Rotbauchmakis haben eine Kopf-Körper-Länge von etwa 40 Zentimetern und wiegen zwei bis drei Kilogramm.

Rotbauchmakis sind nicht ganz so akut bedroht wie andere Lemuren, denn sie kommen in fünf Nationalparks und sieben Schutzgebieten vor. Die Bestände werden auf wenige zehntausend Tiere geschätzt. Die Tiere wurden früher von der einheimischen Bevölkerung zum essen gefangen, außerdem waren sie für Tierversuche sehr beliebt. Heute leiden sie eher unter der Einschränkung ihrer Lebensgebiete.

Rotbauchmaki im Kölner Zoo

Rotbauchmaki im Kölner Zoo

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Die Normandie mit Jurques

Die Normandie mit Jurques

Außerhalb des Örtchens Jurques, das so klein ist, dass es auf den meisten Karten gar nicht zu finden ist, befindet sich der Zoo, den ich natürlich unbedingt besuchen musste. Leider hatte ich mir dafür den kältesten Tag unserer Ferienwoche ausgesucht und manchmal regnete es sogar etwas. Trotzdem freue ich mich, dort gewesen zu sein.

Der Vorgänger dieses Zoos wurde in den 1950er Jahren in Lessay gegründet. 1977 zog der gesamte Zoo dann etwa 40 Kilometer südöstlich in die Umgebung des Ortes Jurques. Der heutige Zoodirektor ist der Sohn des Gründers.

Papageienshow im Zoo Jurques in der Normandie

Papageienshow im Zoo Jurques in der Normandie

Die Bedingungen sind soweit ganz ok, einige Gehege allerdings sehr klein und die Haltung von Wildkatzen – eine Spezialität des Zoos – ist ja immer so eine Sache. Besonders stolz ist man auf die weißen Löwen, die dann auch sehr majestätisch auf ihrer Hütte lagen und huldvoll guckten. Ihre Kinder (im Oktober geboren) befanden sich derweil im Haus und schauten etwas weniger königlich. Aber fangen wir am Anfang an.

Wir trafen gerade rechtzeitig zur Papageien-Show ein und wurden so Zeugen, wie Aras Ringe aufsammelten und auf einen Spieß steckten, Bälle in Basketballkörbe räumten, auf dem Roller und Skateboard fuhren (und es war schon den Besuch wert, die nette Zoowärterin das Wort “Skateboard” aussprechen zu hören!) und schließlich mit einem Auto fuhren. Da wurde es wirklich albern, weil der Papagei die Strecke nicht zurückfahren wollte und wir erfuhren, dass das Auto nicht funktionierte. Also wurde schnell aus dem Motorraum ein Benzinkanister geholt, der Ara lief zu einer Pumpe und mit dem Kanister im Schnabel wieder zum Auto und bald konnte das Problem behoben werden. Dieser Spaß wird wohl hauptsächlich für die Kinder veranstaltet und natürlich zur Beschäftigung der klugen Vögel.

Der Herr Löwe begattet seine halb schlafende Frau

Der Herr Löwe begattet seine halb schlafende Frau

Nach der Show besuchten wir die anderen Papageien in ihren Gehegen, die Afrika-Anlage, auf der sich eine Giraffe vor dem Regen in ihrem Haus unterstellte, zwei Zebras miteinander kuschelten und ein Oryx und eine weitere Antilopenart zu sehen waren. Wie schon erwähnt werden in Jurques viele Raubkatzen gehalten: Neben den weißen Löwen sind auch weitere afrikanische Löwen zu sehen, sibirische Tiger, Servale, Pumas, Luchse, Panther, Geparde und Schneeleoparde. Die Gehege waren etwa so groß wie in Köln – tendenziell vielleicht etwas kleiner, allerdings war nicht zu erkennen, dass die Tiere viel beschäftigt werden. Wir sahen daher außer den hyperaktiven Pumas viele Schläfer. Der Löwe begattete immerhin eine seiner Frauen und brach danach erschöpft zusammen – gerade von Löwen hat man im Zoo ja meist wenig Aktion zu erwarten.

Erwähnenswert sind sonst noch die Humboldt-Pinguine, die Wallabys, etliche Eulen, eine kleine Wolfsgruppe, mehrere Pythons, Flughunde und die üblichen Verdächtigen eines jeden Zoos wie Erdmännchen, Waschbären, Pelikane, Flamingos etc. Nicht unerwähnt sollen außerdem die asiatischen Otter bleiben, die wir kurz vor ihrer Fütterungszeit besuchten und die so erbärmlich schrien und jammerten, als wären sie alle vier dem Hungertod nah!

Für mich am interessantesten waren die Primaten und Lemuren: Makaken, Totenkopfäffchen, Mandrille, Weißhandgibbons, Geoffrey Klammeraffen und drei Kapuzineräffchen, mit eiserner Hand vom Ranghöchsten regiert; seine Untertanen sahen entsprechend zerrupft und verunsichert aus. Lemuren waren vertreten durch Mohrenmakis, Rote Varis, Schwarzweiße Varis und Kattas – sie haben eine schöne große Anlage, die sich alle außer den Mohrenmakis teilen und in der die Kattas nach dem Essen in den hohen Bäumen verschwinden.

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