Heute war ein Glückstag – ich habe sie gesehen. Die Rotbauchmakis waren nicht nur wach, nein, sie setzten sich auch dahin, wo ich sie fotografieren konnte. Sonst sind sie nämlich in ihrem Häuschen oder sie sitzen draußen, auf dem obersten Brett ihres Außenkäfigs. Dort blendet das Glas so brutal, dass man kaum mehr als einen schwarzen Fleck sieht.

Rotbauchmakis heißen sie, weil Männchen einen roten Bauch haben. Jungtiere und Weibchen haben dagegen einen weißen Bauch. Bei den Männchen ist die weiße Zeichnung um und unter den Augen ausgeprägter als bei den Weibchen.

Wie alle Lemuren leben sie auf Madagaskar. Dort findet man sie im Osten, im Hochland und in mittleren Höhenlagen. Sie leben in Familiengruppen von bis zu zehn Tieren, die von Weibchen angeführt werden. Paare bleiben normalerweise ein Leben lang zusammen – das kommt bei Lemuren sonst nicht so häufig vor. Sie fressen bevorzugt Früchte, sonst Blüten, Blätter, anderes Pflanzenmaterial und Insekten sowie Tausendfüßler, auf die sie spucken, ehe sie sie essen – das neutralisiert möglicherweise das Gift des Tieres.

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Rotbauchmaki-Männchen

Jungtiere kommen normalerweise im September oder Oktober zur Welt. Sie wiegen dann nur 60 bis 70 Gramm. Die Mutter trägt die maximal zwei Jungtiere zwei Wochen lang herum und säugt sie. Bis die Kleinen 5 Wochen alt sind, werden sie weiterhin gesäugt, aber beide Eltern kümmern sich um sie. Danach will die Mutter oft nichts mehr mit ihnen zu tun haben und der Vater versorgt die Jungtiere, bis sie etwa drei-einhalb Monate alt sind. Erwachsene Rotbauchmakis haben eine Kopf-Körper-Länge von etwa 40 Zentimetern und wiegen zwei bis drei Kilogramm.

Rotbauchmakis sind nicht ganz so akut bedroht wie andere Lemuren, denn sie kommen in fünf Nationalparks und sieben Schutzgebieten vor. Die Bestände werden auf wenige zehntausend Tiere geschätzt. Die Tiere wurden früher von der einheimischen Bevölkerung zum essen gefangen, außerdem waren sie für Tierversuche sehr beliebt. Heute leiden sie eher unter der Einschränkung ihrer Lebensgebiete.

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3 Antworten zu “Rotbauchmakis”
  1. woran liegt es wohl, dass „ausgerechnet“ diese art von lemuren lebenslange partnerschaften pflegen? weißt du was darüber?
    auch dass der vater sich ab einem gewissen zeitraum besonders kümmert, so wie vorher nur die mutter säugt, ist ja fast wie eine art plan in der sozialisation der jungen makis. :)

  2. Ferdinand Schulz sagt:

    Lemuren (auch Rotbauchmakis) kommen auf der SÜDHALBKUGEL im Sept/Okt (= Südfrühjahr) zur Welt.
    Auf der Nordhalbkugel (da, wo sich auch der Kölner Zoo befindet) bekommen alle in Menschenhand geborenen Jungtiere im Frühling (Ende März/Apr/Mai) zur Welt.

  3. Petra Schulten sagt:

    Danke für den Hinweis, Ferdinand.

    Plapperlapapp: Ich weiß nicht, ob es einen „Grund“ für so etwas gibt. Es gibt ja viele Lemuren, die in kleineren Familiengruppen leben – da ist es wohl nur ein kleiner Schritt bis zu einem „festen Lebenspartner“. Da es ja grundsätzlich immer darum geht, erstens gute Gene für den Nachwuchs zu finden und dann eine Lebensumgebung, in der er auch gut aufwachsen kann, wird das wohl hier irgendwie eine Rolle gespielt haben. Ich weiß leider viel zu wenig über Lemuren – es gibt so wenig Informationen online und auch kaum Literatur, weder in englischer noch in deutscher Sprache. Für Tipps bin ich immer dankbar.

  4.  
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