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Der Zoologe und Verhaltensforscher Frans de Waal vergleicht in diesem Buch Menschen und Menschenaffen. Da wir alle von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, lässt die Entwicklung „unserer Vettern“ Schlüsse auf unsere eigene Vergangenheit zu.

Bonobo-Mann aus dem Zoo in Köln

Bonobo-Mann aus dem Zoo in Köln

De Waal bezieht sich dabei primär auf sein Spezialgebiet:  Schimpansen und  Bonobos. Schimpansen sind wohl jedem bekannt; Bonobos allerdings wurden erst im letzten Jahrhundert entdeckt. Die Forschung ist daher – und weil Bonobos in freier Natur so schwer zu beobachten sind – noch nicht sehr weit. Weil der Bonobo-Bestand nur noch so gering ist, arbeiten viele Zoos an der Erhaltung mit. Außerdem ist der deutlich friedlichere Bonobo leichter zu halten, nicht zuletzt weil Schimpansen recht fremdenfeindlich sind und neue Mitbewohner in der Gruppe kaum dulden. In Zoos ist man aber darauf angewiesen, kleinere Gruppen zu halten und einzelne Mitglieder von Zoo zu Zoo immer wieder auszutauschen, um Inzucht zu vermeiden.

Auch in Köln lebt übrigens eine Bonobo-Gruppe im Menschenaffenhaus des Zoos. Die beiden vierjährigen Bonobo-Mädchen Besede und Bashira erfreuen sich bei den Besuchern besonderer Beliebtheit.

Zurück zum Buch: Sind Menschen (oder Bonobos oder Schimpansen?) von Natur aus Krieger? Sind sie sozial? Ist Freundlichkeit und Mitgefühl angeboren oder erlernt? Wie steht es mit der Moral – ist sie ein aufgezwungenes Konstrukt und haben Tiere eine Moral?

Dieses Buch schafft somit zwei Dinge: Es bringt uns unsere nahen Verwandten, die Schimpansen und Bonobos näher, mit vielen vielen Beispielen aus de Waals langjähriger Arbeit in Zoos und freier Wildbahn. Als Beispiele zieht de Waal aber auch andere Affen und Menschenaffen heran.

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Vor allem aber hilft es, uns Menschen zu verstehen. Zwar ist Frans de Waal nur ein Wissenschaftler, mit einer Meinung unter vielen. Mir erscheint seine Argumentation aber sehr schlüssig: Wenn sich ein gewisses Verhalten sowohl bei Gorillas, die sich früher als der Mensch von der gemeinsamen Vorfahrenlinie abgespalten haben, zeigt, als auch bei Bonobos und Schimpansen, die sich erst nach uns als zwei Arten ihrer Gattung entwickelt haben, dann liegt es nahe, dass dieses Verhalten auch mit uns etwas zu tun hat.

Wohltuend ist dabei, dass de Waal scheinbar optimistischer ist als ich und die Seiten des Menschen, die ich als fast ausschließlich negativ bewerte, durchaus positiv sieht.

Zu jedem Thema lässt de Waal auch Theorien vieler Psychologen, Philosophen, Soziologen und anderer Wissenschaftler Revue passieren. Ich finde, es ist eine rundum gelungene Betrachtung über den Menschen sowie seine nahen Verwandten und kann es nur empfehlen.

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