Mit dem Tropenhaus ist es im Winter so eine Sache. Nicht nur beschlägt meine Brille - dagegen hilft das Gebläse-Dings im Vorraum, nein nach wenigen Minuten schwitzt man in der Winterkleidung schrecklich. Auch die Kamera beschlägt und da hilft das Gebläse leider weniger, man muss warten, bis sie die Temperatur der Umgebung angenommen hat.
Ich war aber geduldig und habe auch einige hübsche Bilder gemacht - die gibt’s später.
Auf dem Weg nach draußen sprach mich dann eine Frau an, ob ich die Flughunde gesehen hätte, die hingen zu sechst nebeneinander, das habe sie noch nie gesehen.
Ähm… Ich habe immer vermutet, dass wir Flughunde im Zoo haben, weil es einen Beschreibungstext für sie gibt. Aber ich habe sie noch nie gesehen. In Münster ja, aber in Köln nicht (ich war ja auch erst rund 12 mal im Tropenhaus *schäm*). Jedenfalls hat mir die nette Frau dann gezeigt, wo sie hingen und ich habe ein paar Fotos gemacht und sie eine Weile angestarrt, in der Hoffnung, dass sie vielleicht aufwachen, aber dem war nicht so. Aber jetzt weiß ich ja, worauf ich zu achten habe, vielleicht erwische ich sie demnächst mal wach!
Flughunde kommen übrigens aus Südamerika, sind Säugetiere und ernähren sich von Obst und Blüten. Im Kölner Zoo leben Rodriguez-Flughunde, die auf der gleichnamigen Insel im Indischen Ozean vorkommen.
Die Kleine Panda-Dame beobachtet genau, was im Gehege vor sich geht
Vom letzten Jahr kenne ich es so, dass man am Panda-Gehege vorbei geht, einen Blick in die Kiefer wirft, dort einen rötlichen Knubbel erkennt und dann weitergeht.
Seit einiger Zeit ist aber öfter mal was los und dann hilft mir auch die neue Kamera sehr, die mir nach dem Zoobesuch Bilder zeigt, über die ich staune - denn vor Ort habe ich nicht so viel erkennen können!
Jedenfalls war heute eine junge Tierpflegerin im Gehege und harkte alte Blätter und Panda-Kot auf. Hoch über ihr war der wohlbekannte schlafende Panda-Knubbel in der Kiefer zu sehen, aber nur einen Meter über der Pflegerin hampelte ein weiterer Panda durchs Gebüsch und beobachtete genau, was da passierte.
Als ich die junge Frau ansprach, erzählte sie, dass das Weibchen tatsächlich recht neugierig ist. Eine Weile war das Männchen allein, weil es sich mit der vorigen Gefährtin nicht so gut verstanden hatte. Die neue Pandadame scheint jetzt wohl eher seinen Geschmack zu treffen. Kein Wunder, ich finde sie auch wunderhübsch!
Herr Panda schläft in der Kiefer - so kenne ich ihn seit einem Jahr
Eigentlich gehe ich an den Malaienbären immer recht schnell vorbei und finde sie nicht so schön und interessant. Man kann ja auch nicht alle Tiere gleich mögen. Aber dieser da hat heute meine Aufmerksamkeit erregt. Auf den Bildern kann man schön sehen, wie er den Ast zerlegt - im Holz suchen sie nach kleinen Käfern und Larven. Das letzte zeigt die tollen Bärentatzen - mit den enormen Krallen, mit denen sie ebenfalls Äste und Baumstämme zerlegen.
Die letzte Woche haben wir in einem Ferienpark in der niederländischen Provinz Limburg verbracht, gleich hinter der Grenze. Dort wohnten wir im Landal Greenpark De Lommerbergen bei Reuver. Das liegt ungefähr zwischen Roermond und Venlo.
Der Park liegt komplett in einem herrlichen Wald, verfügt über jede Menge Restaurants, ein Schwimmbad, viele schöne Kinderspielplätze und einen Kinderbauernhof mit Streicheltieren.
Ich mochte aber die Wildtiere lieber und kaufte sofort eine Packung Vogelfutter. Kaum hingen die Meisenknödel, Futterringe und Erdnusssäckchen, schon machte sich die hungrige Meute darüber her - kein Wunder in diesem schneereichen Winter. Vier Meisenarten waren vertreten: Haubenmeisen, Blaumeisen, Kohlmeisen und Schwanzmeisen - letztere kamen immer in großen Gruppen an und schafften es, sich zu fünft an einen Futterring zu hängen. Buchfinken und Rotkehlchen suchten den Boden unter dem Futter ab und gelegentlich schaute auch ein Eichhörnchen vorbei! :-)
Das Wetter war nicht optimal zum fotografieren und in den hellen Mittagsstunden waren wir meistens unterwegs, daher hier erstmal nur eine kleine Haubenmeise am Futter. Wenn Ihr auf das Bild klickt, sehr Ihr eine Animation:
Otter sind immer hungrig - im Zoo wahrscheinlich ganz besonders, denn die Tiere sind sehr verspielt und geschäftig und haben in ihren Gehegen wohl einfach nicht genug zu tun. Klar freut man sich dann auf jede Abwechslung und dazu gehört besonders, wenn es was leckeres zu essen gibt. Das kennt man ja auch selbst von Krankenhausaufenthalten, nicht wahr? ;-)
Mein Lebensgefährte Sal musste das in der Normandie im Zoo von Jurques erleben, wo asiatische Zwergotter in ein herzerweichendes Geschrei ausbrachen, sobald sich ein Mensch näherte. Nicht umsonst waren am Otter-Gehege besonders eindringliche Warnungen angebracht, Tiere niemals zu füttern.
Unsere Otter betteln die Besucher nicht an, aber sie sind doch sehr aufgeregt, wenn die Abendbrotzeit naht - das freut die Besucher wiederum!
Auch bei uns in Köln halten wir die schnellsten Tiere der Welt, Geparde. Bei uns wandern sie allerdings nur majestätisch durch ihr Gehege, warum sollten sie auch grundlos herumrennen wie blöde? Wenn sie aber jagen, können sie für etwa 400 Meter eine Geschwindigkeit von 112 km/h erreichen!
Was ich auch nicht wusste, ist, dass man ihnen - obwohl sie natürlich zu den Katzen gehören - einige für für Canide typischen Merkmale zuspricht, z. B. die an einen Windhund erinnernde Körperform (naja!) und das Jagdverhalten. Geparde pirschen sich möglichst nah an die Beute an und versuchen sie dann mit dieser irrwitzigen Geschwindigkeit zu erreichen. 50 bis 70 % der Jagden sind mit dieser Methode erfolgreich, damit haben die Geparde die höchste Erfolgsquote bei den einzeln jagenden Raubtieren.
Übrigens gibt es Geparde in Afrika und Asien. In Asien allerdings nur noch wenige Tiere (60 bis 100 werden geschätzt) im Iran. Unsere Kölner Geparde sind Acinonyx jubatus aus dem südlichen Afrika. Ob sie dort auch mal Schnee erleben, weiß ich nicht - in Südafrika muss man in höheren Lagen durchaus auch damit rechnen.
“Enrichment” ist ein wichtiger Bestandteil des Zoolebens. Wörtlich übersetzt bedeutet es “Bereicherung” und steht für Beschäftigungsmaßnahmen. Zootiere, die sich nicht um die Nahrungsbeschaffung, Flucht vor Feinden und manchmal sogar Aufzucht von Nachwuchs kümmern müssen, langweilen sich im Zoo. Einige schlafen dann einfach den ganzen Tag, andere zeigen deutlichere Verhaltensauffälligkeiten.
In den meisten Zoos bemüht man sich daher redlich, die Tiere artgerecht oder auch anders zu beschäftigen. Meistens drehen sich solche Beschäftigungen um das Futter, das auf dem ganzen Gelände verteilt oder sogar versteckt wird oder so angebracht wird, dass die Tiere sich körperlich und geistig anstrengen müssen, um es zu erobern. Manchmal geht es auch einfach darum, andere Eindrücke zu bekommen, z. B. wenn im Raubkatzengehege Säcke mit Zimt verteilt werden.
Die Totenkopfäffchen im Bronx Zoo bekamen zu diesem Zweck Wackelpudding mit Blaubeeren:
Unsere Sclater’s Makis sind nicht besonders aktiv. Meistens sitzen sie irgendwo und gucken. Das können sie auch besonders gut. Warum unser Männchen so schrecklich zerrupft aussieht, weiß ich auch nicht, aber scheinbar ist er gesund. Der Sclater im Zoo von Edinburgh sieht aber noch schlimmer aus, wie man im englischen Wikipedia-Eintrag sehen kann.
Dort wird man auch belehrt, dass diese Lemuren recht aggressiv sind. Sie kämpfen innerhalb von Gruppen miteinander und in Gefangenschaft wurde schon beobachtet, dass sie die Babys anderer Lemuren töten. Ob das Einzelfälle sind, wird allerdings nicht erwähnt.
Seit einem Jahr sammele ich jetzt Impressionen aus dem Kölner Zoo, anderen Zoos und verschiedene Tier-Fundstücke, die ich im Internet finde. Ich liebe Tiere, manche ganz besonders, so wie Lemuren, und ich fotografiere sie für mein Leben gern.