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Herzhaftes Gähnen, ehe es zum Fressen geht

Herzhaftes Gähnen, ehe es zum Fressen geht

Wie immer stattete ich den Lemuren im Madagaskar-Haus einen Besuch ab und stellte fest, dass es nun einen dritten Bambuslemur gibt. Er ist im Moment noch allein untergebracht (oder ist es einer der alten und das Paar ist neu zusammengestellt worden?). Etwas mehr Platz gibt es ja jetzt, da die Rotbauchmakis nicht mehr in Köln sind.

Als ich das Haus gegen 15 Uhr betrat, herrschte noch Mittagsruhe, aber nach und nach erwachten die meisten Tiere und begannen zu fressen und bei den Roten Varis brach die gewohnte Unruhe aus, die immer mal wieder in einem husten-artigen Gebell mündet. Übrigens bin ich dann ausnahmsweise mal für die dicken Glasscheiben dankbar, die die Besucher von den Tieren trennen. In dem niederländischen Affenzoo Apenheul stand ich mal zusammen mit einer Gruppe Roter Varis in einer Hütte, als dieser Krach losging – ich war genau mitten zwischen den Tieren. Da blieb mir nur noch, die Ohren zuzuhalten, denn das Geräusch ist wirklich laut!

Die Bambuslemuren gähnten erst einmal herzhaft und wandten sich dann dem Bambus zu, der ihnen den Namen gibt.

Sie haben übrigens unterschiedliche Techniken beim Fressen. Während der eine Blätter abzupft und gleich frisst, reißt ein anderer erst vier oder fünf Blätter mit dem Maul ab, dreht sie dann in den Händen zu einer Wurst und beißt davon ab.

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Seit ich verstanden habe, dass es sinnvoll ist, erst gegen 15 Uhr bei den Lemuren vorbeizuschauen, treffe ich die entzückendsten der Zoo-Bewohner öfter wach an. Was ist das ein Getöse, die roten Varis (die, ehrlich gesagt, viel zu wenig Platz haben) toben durch ihr Gehege, ab und zu stimmen sie ein Geschrei an, das es in sich hat. Die Gürtelvaris laufen durch ihre Außentunnel zu den Käfigen. Die Sclaters Makis starren mit leuchtend blauen Augen die Zuschauer an. Die Rotbauchmakis laufen rein und wieder raus und wieder… Und auch die großen Bambuslemuren sind wach. Schnelle Bewegungen sind selten ihr Ding, aber ich gucke ihnen auch gern beim herumsitzen zu. Oder wenn sie sich putzen. Oder wenn sie essen. Seht selbst:

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Grosser Bambuslemur im Zoo Köln

Grosser Bambuslemur im Zoo Köln

Der Große Bambuslemur ist gar nicht so groß, er wiegt nur maximal 2,5 Kilogramm und wird höchstens 42 Zentimeter lang (Kopf-Rumpf-Maß; der Schwanz ist etwas länger mit bis zu 48 Zentimetern). “Groß” heißt er deswegen, weil er der größte der sieben Bambuslemuren ist. Weil er sich von den anderen Bambuslemuren deutlich unterscheidet, wurde ihm kürzlich eine eigene Gattung zu gewiesen.

Laut Homepage des Zoos in Köln leben drei der Bambuslemuren im gleichen Gebiet Madagaskars, fressen die gleichen Bambussorten und nehmen sich doch nicht gegenseitig die Nahrung weg. Goldene Bambuslemuren fressen die blausäurehaltigen Teile, Kleine Bambuslemuren die Blätter, Große Bambuslemuren das Mark der Stängel und die jungen Sprossen. Wer da als “Kleiner Bambuslemur” gemeint ist, weiß ich nicht – diese Bezeichnung finde ich sonst nirgends. Vielleicht ist der Westliche Bambuslemur gemeint, auch Sambirano-Bambuslemur, denn er ist der kleinste Bambuslemur.

Großer Bambuslemur

Großer Bambuslemur

Ähnlich wie bei anderen Tieren, die sich auf Bambus spezialisiert haben, müssen Bambuslemuren viel schlafen und auch sonst Energie sparen, weil ihre Nahrung nicht besonders reichhaltig ist. Auch große und kleine Pandas sind deswegen so langsam bzw. brauchen viel Schlaf. Unsere Großen Bambuslemuren in Köln demonstrieren das deutlich. So wach wie auf den Bildern sieht man sie selten und es soll nicht unerwähnt bleiben, dass eine Pose, die einmal eingenommen wurde, dann auch erstmal so gehalten wird. Der Lemur, der hier die Beine gegen den Bambus-Behälter stemmt, saß mindestens eine Viertelstunde so da – vielleicht auch deutlich länger!

In europäischen Zoos werden nur 15 Große Bambuslemuren gehalten, also ist Köln hier unbedingt sehenswert. Bei Feldforschungen in den letzten 20 Jahren wurden nur 12 Gruppen mit insgesamt weniger als 100 Tieren festgestellt, die Gesamtpopulation dürfte zu den niedrigsten aller Lemurenarten zählen.

Ein paar Links:

http://www.naturbilder-datenbank.de/showpic.php?id=5442

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Bambuslemur

http://www.discoverlife.org/endangered/

http://www.sciencedaily.com/releases/2008/07/080722072025.htm

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Lemuren habe ich in zuerst Apenheul kennengelernt. Wenn Ihr nicht gerade Affenhasser seid, dann müsst Ihr da unbedingt hin. Apenheul ist ein auf Affen spezialisierter Zoo in der Nähe von Apeldoorn in den Niederlanden. Sehr viele Tiere leben hier frei oder quasi-frei, und entsprechend ist auch der Kontakt mit dem Besucher viel intensiver. Hier der Link: http://www.apenheul.nl/

Auch die Lemuren laufen in Apenheul frei herum, gehören aber (anders als z. B. Totenkopfäffchen) nicht zu den Tieren, die sich für Menschen interessieren. Stattdessen beschäftigen sie sich mit dem Futter und miteinander. Ehrlich gesagt, wenn ich ein so elegantes graziles Tier wäre, fände ich meine Artgenossen auch spannender als doofe und peinlich gekleidete Menschen! ;-)

Denn das ist es, was mir an den Lemuren so gefällt – sie sind unglaublich leichtfüßig und geschickt, haben ein traumhaft schönes Fell und einige leben außerdem im Matriarchat – Männer haben wenig zu sagen und so ist das Zusammensein dann auch relativ friedlich! *kicher*

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