Posts Tagged “Lemuren”

Heute war ein Glückstag – ich habe sie gesehen. Die Rotbauchmakis waren nicht nur wach, nein, sie setzten sich auch dahin, wo ich sie fotografieren konnte. Sonst sind sie nämlich in ihrem Häuschen oder sie sitzen draußen, auf dem obersten Brett ihres Außenkäfigs. Dort blendet das Glas so brutal, dass man kaum mehr als einen schwarzen Fleck sieht.

Rotbauchmakis heißen sie, weil Männchen einen roten Bauch haben. Jungtiere und Weibchen haben dagegen einen weißen Bauch. Bei den Männchen ist die weiße Zeichnung um und unter den Augen ausgeprägter als bei den Weibchen.

Wie alle Lemuren leben sie auf Madagaskar. Dort findet man sie im Osten, im Hochland und in mittleren Höhenlagen. Sie leben in Familiengruppen von bis zu zehn Tieren, die von Weibchen angeführt werden. Paare bleiben normalerweise ein Leben lang zusammen – das kommt bei Lemuren sonst nicht so häufig vor. Sie fressen bevorzugt Früchte, sonst Blüten, Blätter, anderes Pflanzenmaterial und Insekten sowie Tausendfüßler, auf die sie spucken, ehe sie sie essen – das neutralisiert möglicherweise das Gift des Tieres.

Rotbauchmaki-Männchenhttp://zoo.blog-haus.net/wp-content/uploads/2009/06/rotbauchmaki-dsc04023.jpg 598w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" />

Rotbauchmaki-Männchen

Jungtiere kommen normalerweise im September oder Oktober zur Welt. Sie wiegen dann nur 60 bis 70 Gramm. Die Mutter trägt die maximal zwei Jungtiere zwei Wochen lang herum und säugt sie. Bis die Kleinen 5 Wochen alt sind, werden sie weiterhin gesäugt, aber beide Eltern kümmern sich um sie. Danach will die Mutter oft nichts mehr mit ihnen zu tun haben und der Vater versorgt die Jungtiere, bis sie etwa drei-einhalb Monate alt sind. Erwachsene Rotbauchmakis haben eine Kopf-Körper-Länge von etwa 40 Zentimetern und wiegen zwei bis drei Kilogramm.

Rotbauchmakis sind nicht ganz so akut bedroht wie andere Lemuren, denn sie kommen in fünf Nationalparks und sieben Schutzgebieten vor. Die Bestände werden auf wenige zehntausend Tiere geschätzt. Die Tiere wurden früher von der einheimischen Bevölkerung zum essen gefangen, außerdem waren sie für Tierversuche sehr beliebt. Heute leiden sie eher unter der Einschränkung ihrer Lebensgebiete.

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Die Normandie mit Jurqueshttp://zoo.blog-haus.net/wp-content/uploads/2009/06/normandie.jpg 330w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" />

Die Normandie mit Jurques

Außerhalb des Örtchens Jurques, das so klein ist, dass es auf den meisten Karten gar nicht zu finden ist, befindet sich der Zoo, den ich natürlich unbedingt besuchen musste. Leider hatte ich mir dafür den kältesten Tag unserer Ferienwoche ausgesucht und manchmal regnete es sogar etwas. Trotzdem freue ich mich, dort gewesen zu sein.

Der Vorgänger dieses Zoos wurde in den 1950er Jahren in Lessay gegründet. 1977 zog der gesamte Zoo dann etwa 40 Kilometer südöstlich in die Umgebung des Ortes Jurques. Der heutige Zoodirektor ist der Sohn des Gründers.

Papageienshow im Zoo Jurques in der Normandiehttp://zoo.blog-haus.net/wp-content/uploads/2009/06/jurques-dsc03510.jpg 600w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" />

Papageienshow im Zoo Jurques in der Normandie

Die Bedingungen sind soweit ganz ok, einige Gehege allerdings sehr klein und die Haltung von Wildkatzen – eine Spezialität des Zoos – ist ja immer so eine Sache. Besonders stolz ist man auf die weißen Löwen, die dann auch sehr majestätisch auf ihrer Hütte lagen und huldvoll guckten. Ihre Kinder (im Oktober geboren) befanden sich derweil im Haus und schauten etwas weniger königlich. Aber fangen wir am Anfang an.

Wir trafen gerade rechtzeitig zur Papageien-Show ein und wurden so Zeugen, wie Aras Ringe aufsammelten und auf einen Spieß steckten, Bälle in Basketballkörbe räumten, auf dem Roller und Skateboard fuhren (und es war schon den Besuch wert, die nette Zoowärterin das Wort „Skateboard“ aussprechen zu hören!) und schließlich mit einem Auto fuhren. Da wurde es wirklich albern, weil der Papagei die Strecke nicht zurückfahren wollte und wir erfuhren, dass das Auto nicht funktionierte. Also wurde schnell aus dem Motorraum ein Benzinkanister geholt, der Ara lief zu einer Pumpe und mit dem Kanister im Schnabel wieder zum Auto und bald konnte das Problem behoben werden. Dieser Spaß wird wohl hauptsächlich für die Kinder veranstaltet und natürlich zur Beschäftigung der klugen Vögel.

Der Herr Löwe begattet seine halb schlafende Frauhttp://zoo.blog-haus.net/wp-content/uploads/2009/06/jurques-dsc03545.jpg 600w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" />

Der Herr Löwe begattet seine halb schlafende Frau

Nach der Show besuchten wir die anderen Papageien in ihren Gehegen, die Afrika-Anlage, auf der sich eine Giraffe vor dem Regen in ihrem Haus unterstellte, zwei Zebras miteinander kuschelten und ein Oryx und eine weitere Antilopenart zu sehen waren. Wie schon erwähnt werden in Jurques viele Raubkatzen gehalten: Neben den weißen Löwen sind auch weitere afrikanische Löwen zu sehen, sibirische Tiger, Servale, Pumas, Luchse, Panther, Geparde und Schneeleoparde. Die Gehege waren etwa so groß wie in Köln – tendenziell vielleicht etwas kleiner, allerdings war nicht zu erkennen, dass die Tiere viel beschäftigt werden. Wir sahen daher außer den hyperaktiven Pumas viele Schläfer. Der Löwe begattete immerhin eine seiner Frauen und brach danach erschöpft zusammen – gerade von Löwen hat man im Zoo ja meist wenig Aktion zu erwarten.

Erwähnenswert sind sonst noch die Humboldt-Pinguine, die Wallabys, etliche Eulen, eine kleine Wolfsgruppe, mehrere Pythons, Flughunde und die üblichen Verdächtigen eines jeden Zoos wie Erdmännchen, Waschbären, Pelikane, Flamingos etc. Nicht unerwähnt sollen außerdem die asiatischen Otter bleiben, die wir kurz vor ihrer Fütterungszeit besuchten und die so erbärmlich schrien und jammerten, als wären sie alle vier dem Hungertod nah!

Für mich am interessantesten waren die Primaten und Lemuren: Makaken, Totenkopfäffchen, Mandrille, Weißhandgibbons, Geoffrey Klammeraffen und drei Kapuzineräffchen, mit eiserner Hand vom Ranghöchsten regiert; seine Untertanen sahen entsprechend zerrupft und verunsichert aus. Lemuren waren vertreten durch Mohrenmakis, Rote Varis, Schwarzweiße Varis und Kattas – sie haben eine schöne große Anlage, die sich alle außer den Mohrenmakis teilen und in der die Kattas nach dem Essen in den hohen Bäumen verschwinden.

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Auf die Gefahr hin, euch zu Tode zu langweilen – ich hab nochmal Bilder von dem Roten Vari Jungtier gemacht. Mittlerweile informiert uns der Zoo auch über ihn:  Es ist ein Männchen, er wurde am 28. März 2009 geboren, die Mutter ist Tahvia (falls ich die Handschrift richtig deute) und 12 Jahre alt, der Vater ist Octave (?) und 11 Jahre alt. :-)

Mittlerweile ist er auch tagsüber quicklebendig und kann gar nicht aufhören, herumzuturnen. Sein Fell ist schon genauso gefärbt, wie das der großen Varis, mit den rot-plüschigen Teddybär-Ohren, dem weißen Fleck im Nacken und der dunkle Schwanz wird auch immer flauschiger.

Die Bilder sind nicht toll, dazu ist das Licht im Madagaskar-Haus einfach zu schlecht und die Scheiben vor den Gehegen tun ihr Übriges, aber ihr könnt sicher genug erkennen, um zu verstehen, warum ich ihn so gern besuche.

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Ich verspreche Euch, es kommen bald auch wieder Berichte aus dem Kölner Zoo, aber heute habe ich nochmal was ganz besonderes aus der Lemuren-Welt.

Ende April ist nämlich im Zoo von Denver ein kleines Fingertier zur Welt gekommen. Fingertiere gehören auch zu den Lemuren und sind vom Aussterben bedroht. Ich habe hier zwei Videos eingebunden – erst eines aus dem Zoo von San Francisco, wo im letzten Jahr ein Fingertier-Jungtier zur Welt kam, und ich habe für Euch transkribiert und übersetzt, was dort erzählt wird. Weiter unten kommt dann das zweite Video über das Aye-aye (so werden Fingertiere auch genannt) in Denver.

ENGLISCH:

I’m Corinne MacDonald, the temporary animal care supervisor for primates here at the San Francisco Zoo. I’m here to talk to you about our recent birth, our aye-aye.

Aye-ayes are nocturnal prosimians which means basically they are primates that are active at night. So during our daylight hours they sleep, during our night time they are out in the forest, foraging, eating, very active. They go to deadfall, they tap on the deadfall, they try to listen for the reveberations which tells them hopefully that there’s a grub, bird in that wood.
Den Rest des Eintrages lesen »

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Das Jungtier der Roten Varishttp://zoo.blog-haus.net/wp-content/uploads/2009/04/vari-baby-dsc02718.jpg 393w" sizes="(max-width: 262px) 100vw, 262px" />

Das Jungtier der Roten Varis

Gestern abend ging ich nochmal für ein Stündchen in den Zoo und besuchte dort als erstes das Madagaskar-Haus. Die letzten Male hatte ich nicht viel von dem Jungtier der Roten Varis mitbekommen. Kein Wunder, sie sind auch eher dämmerungs- und nachtaktiv. Diesmal hatte ich Glück: Der Mini-Vari turnte fröhlich an den Kletterseilen herum, immer herauf und wieder runter. Einmal wurde es der Mama zu viel, sie schnappte ihn (mit der Schnauze) und schleppte ihn ins Schlaf-Häuschen. Das gab mir die Gelegenheit, auch die anderen Lemuren anzusehen. Als ich von meiner Runde zurückkam, war der kleine Rote Vari schon wieder unterwegs. Leider war es zu dunkel, um vernünftige Fotos zu machen. Auf dem Bild sieht man allerdings gut, wie enorm er (oder sie!) schon gewachsen ist. Abgesehen vom noch etwas dünn behaarten Schwanz und dem sehr kindlichen Gesichtsausdruck sieht er schon aus wie ein Großer!

In der Jungenaufzucht unterscheiden sich Rote Varis übrigens von anderen Lemuren. Normalerweise klammern sich die Kinder am Körper der Mutter fest und werden herumgetragen. Rote Varis bauen aus Zweigen, Blättern und ausgezupftem Fell Nester, in denen die Kleinen aufgezogen werden, bis sie etwa sieben Wochen alt sind. Andere Lemuren bringen normalerweise nur ein Baby oder Zwillinge zur Welt – anders könnten sie die Jungen ja auch nicht mit herumschleppen. Rote Varis können dagegen bis zu sechs Babys bekommen; meistens sind es zwei bis drei. Unsere Kölner Vari-Dame ist da also eher untypisch mit ihrem Einzelkind.

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Der Sclaters Maki oder Blauaugenmaki hat noch einen dritten Namen, nämlich Türkisaugenmaki. Wer mein Bild anschaut, weiß warum!

Interessant an diesem Lemur ist, dass das Männchen ganz anders gefärbt ist, als das Weibchen. Er ist pechschwarz und sie hat eine hellbraune Färbung. Beide sehen, wie ich finde, besonders hübsch mit ihren tollen blauen Augen aus.

Die unterschiedliche Färbung bei Männchen und Weibchen nennt man übrigens Geschlechtsdichromatismus; ein Phänomen, das bei den Lemuren oft zu finden ist, nämlich bei allen großen Makis. Zu dieser Gattung gehört auch der Sclaters Maki, ebenso wie Rotbauchmakis (bei denen Kinder und Weibchen einen wunderschönen weißen Bauch haben!),  Mongozmakis oder  Weißkopfmakis.

Der Kölner Zoo hat mit den Zoos von Saarbrücken und Mulhouse sowie der Universität Strasbourg ein Konsortium (AEECL) gegründet, das sich dem Schutz der Sclaters Makis widmet.  Das Forschungszentrum befindet sich im Sahamalaza – Iles Radama Nationalpark in Madagaskar. Neben den Sclaters Makis werden auch andere Lemurenarten geschützt, beobachtet und erforscht.

In diesem Jahr geht es dort speziell um die Beschreibung des Lebensraum der Blauaugenlemuren, die Schätzung ihres Bestandes und die soziale Entwicklung der Jungtiere bzw. das Verhalten der Mütter.

Mehr nachzulesen: http://www.aeecl.org

Die AEECL-Zoos koordinieren die Zuchtprogramme von gefährdeten Arten für die Sclaters Makis, Rotbauchmakis und Kronenmakis.

Wer mehr über Sclaters Makis nachlesen möchte, findet hier Lesestoff und Fotos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Blauaugenmaki
(das untere Bild zeigt übrigens unseren Maki-Mann aus Köln)
http://www.zoo-koeln.de/index.php?id=1478
Sclater's Maki (weibl.) / Blauaugenmaki / Blue-eyed Black Lemur (female) (Eulemur macaco flavifrons)
(da sind auch andere Lemuren dabei)
http://wapedia.mobi/de/Gro%C3%9Fe_Makis
(hier geht es generell um die Gattung der großen Makis)

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Der Große Bambuslemur ist gar nicht so groß, er wiegt nur maximal 2,5 Kilogramm und wird höchstens 42 Zentimeter lang (Kopf-Rumpf-Maß; der Schwanz ist etwas länger mit bis zu 48 Zentimetern). „Groß“ heißt er deswegen, weil er der größte der sieben Bambuslemuren ist. Weil er sich von den anderen Bambuslemuren deutlich unterscheidet, wurde ihm kürzlich eine eigene Gattung zu gewiesen.

Laut Homepage des Zoos in Köln leben drei der Bambuslemuren im gleichen Gebiet Madagaskars, fressen die gleichen Bambussorten und nehmen sich doch nicht gegenseitig die Nahrung weg. Goldene Bambuslemuren fressen die blausäurehaltigen Teile, Kleine Bambuslemuren die Blätter, Große Bambuslemuren das Mark der Stängel und die jungen Sprossen. Wer da als „Kleiner Bambuslemur“ gemeint ist, weiß ich nicht – diese Bezeichnung finde ich sonst nirgends. Vielleicht ist der Westliche Bambuslemur gemeint, auch Sambirano-Bambuslemur, denn er ist der kleinste Bambuslemur.

Ähnlich wie bei anderen Tieren, die sich auf Bambus spezialisiert haben, müssen Bambuslemuren viel schlafen und auch sonst Energie sparen, weil ihre Nahrung nicht besonders reichhaltig ist. Auch große und kleine Pandas sind deswegen so langsam bzw. brauchen viel Schlaf. Unsere Großen Bambuslemuren in Köln demonstrieren das deutlich. So wach wie auf den Bildern sieht man sie selten und es soll nicht unerwähnt bleiben, dass eine Pose, die einmal eingenommen wurde, dann auch erstmal so gehalten wird. Der Lemur, der hier die Beine gegen den Bambus-Behälter stemmt, saß mindestens eine Viertelstunde so da – vielleicht auch deutlich länger!

In europäischen Zoos werden nur 15 Große Bambuslemuren gehalten, also ist Köln hier unbedingt sehenswert. Bei Feldforschungen in den letzten 20 Jahren wurden nur 12 Gruppen mit insgesamt weniger als 100 Tieren festgestellt, die Gesamtpopulation dürfte zu den niedrigsten aller Lemurenarten zählen.

Ein paar Links:
http://www.naturbilder-datenbank.de/showpic.php?id=5442
http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Bambuslemur
http://www.discoverlife.org/endangered/
http://www.sciencedaily.com/releases/2008/07/080722072025.htm

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Lemuren habe ich in zuerst Apenheul kennengelernt. Wenn Ihr nicht gerade Affenhasser seid, dann müsst Ihr da unbedingt hin. Apenheul ist ein auf Affen spezialisierter Zoo in der Nähe von Apeldoorn in den Niederlanden. Sehr viele Tiere leben hier frei oder quasi-frei, und entsprechend ist auch der Kontakt mit dem Besucher viel intensiver. Hier der Link: http://www.apenheul.nl/

Auch die Lemuren laufen in Apenheul frei herum, gehören aber (anders als z. B. Totenkopfäffchen) nicht zu den Tieren, die sich für Menschen interessieren. Stattdessen beschäftigen sie sich mit dem Futter und miteinander. Ehrlich gesagt, wenn ich ein so elegantes graziles Tier wäre, fände ich meine Artgenossen auch spannender als doofe und peinlich gekleidete Menschen! ;-)

Denn das ist es, was mir an den Lemuren so gefällt – sie sind unglaublich leichtfüßig und geschickt, haben ein traumhaft schönes Fell und einige leben außerdem im Matriarchat – Männer haben wenig zu sagen und so ist das Zusammensein dann auch relativ friedlich! *kicher*

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