Die Körperhaltung, die ihr hier seht, entspricht einer Yoga-Übung, die ich als “Twist” kenne. Nicht dass ich damit sagen will, dass die Lemuren Yoga machen. Gerade die Bambuslemuren sind aber sicher ein gutes Vorbild für so manchen Yogi, scheinen sie doch (fast) ständig zu meditieren ;-)
Dieses Mal haben sich die Bambuslemuren sehr aktiv gezeigt. Sie gingen in ihr Außengehege und kamen wieder zurück hinein, sie stritten sich und sie betrieben Fellpflege, wie man im animated gif unten gut sehen kann. Vielleicht können wir ja doch einmal Nachwuchs erwarten, das wäre schön!
Fellpflege bei den Bambuslemuren - anklicken, um das "Video" zu sehen
Setzt euch mit einem Klick für das Duke Lemur Center ein
Pepsi veranstaltet eine Aktion, bei der Geld für gute Zwecke gestiftet wird. Das Duke Lemur Center in den USA, das sich für den Erhalt der Lemuren auf Madagaskar einsetzt, nimmt teil. Wenn Ihr auch dazu beitragen wollt, dass Lemuren außerhalb von Madagaskar weiter gezüchtet werden und gleichzeitig auf Madagaskar geforscht und Umweltschutz betrieben wird, dann tragt doch auch mit einem Klick dazu bei, dass das Duke Lemur Center 50.000 $ von Pepsi bekommt. Allerdings muss man sich dafür einloggen, darf dann aber auch mehrmals mitwählen, auch für unterschiedliche Projekte.
Als beinharter Lemuren-Fan lese ich mit Begeisterung den Blog des Duke Lemur Centers. Das Zentrum befindet sich in den USA, genauer gesagt in Durham, North Carolina. In einem größeren Waldgrundstück leben etwa 250 Tiere. Die meisten sind Lemuren (die nur auf Madagaskar vorkommen), es werden jedoch auch einige Loris aus Asien und Bushbabys aus Afrika gehalten.
Das Ziel des Duke Lemur Centers ist dabei die Erforschung dieser Tiere und die Unterstützung beim Schutz und der Arterhaltung. Was mir an dem Blog gut gefällt ist, dass hier verschiedene Mitarbeiter von ihrem Arbeitsalltag berichten. Auch wenn oft wissenschaftliche Themen transportiert werden, ist der Schreibstil immer sehr locker und angenehm zu lesen. Außerdem erdreisten sich selbst hochrangige Wissenschaftler, darauf hinzuweisen, wie “cute” die Tiere seien. ;-)
Der aktuelle Blogbeitrag erzählt übrigens von der schwierigen Reise, die neun Mausmakis aus Frankreich machen mussten, ehe sie im Duke Lemur Center ankamen, um dort bei der Forschung und Zucht zu helfen (die bisher in den USA lebenden Mausmakis sind nämlich mittlerweile zu alt, um noch Nachwuchs zu bekommen).
Heute war ein Glückstag – ich habe sie gesehen. Die Rotbauchmakis waren nicht nur wach, nein, sie setzten sich auch dahin, wo ich sie fotografieren konnte. Sonst sind sie nämlich in ihrem Häuschen oder sie sitzen draußen, auf dem obersten Brett ihres Außenkäfigs. Dort blendet das Glas so brutal, dass man kaum mehr als einen schwarzen Fleck sieht.
Rotbauchmakis heißen sie, weil Männchen einen roten Bauch haben. Jungtiere und Weibchen haben dagegen einen weißen Bauch. Bei den Männchen ist die weiße Zeichnung um und unter den Augen ausgeprägter als bei den Weibchen.
Wie alle Lemuren leben sie auf Madagaskar. Dort findet man sie im Osten, im Hochland und in mittleren Höhenlagen. Sie leben in Familiengruppen von bis zu zehn Tieren, die von Weibchen angeführt werden. Paare bleiben normalerweise ein Leben lang zusammen – das kommt bei Lemuren sonst nicht so häufig vor. Sie fressen bevorzugt Früchte, sonst Blüten, Blätter, anderes Pflanzenmaterial und Insekten sowie Tausendfüßler, auf die sie spucken, ehe sie sie essen – das neutralisiert möglicherweise das Gift des Tieres.
Rotbauchmaki-Männchen
Jungtiere kommen normalerweise im September oder Oktober zur Welt. Sie wiegen dann nur 60 bis 70 Gramm. Die Mutter trägt die maximal zwei Jungtiere zwei Wochen lang herum und säugt sie. Bis die Kleinen 5 Wochen alt sind, werden sie weiterhin gesäugt, aber beide Eltern kümmern sich um sie. Danach will die Mutter oft nichts mehr mit ihnen zu tun haben und der Vater versorgt die Jungtiere, bis sie etwa drei-einhalb Monate alt sind. Erwachsene Rotbauchmakis haben eine Kopf-Körper-Länge von etwa 40 Zentimetern und wiegen zwei bis drei Kilogramm.
Rotbauchmakis sind nicht ganz so akut bedroht wie andere Lemuren, denn sie kommen in fünf Nationalparks und sieben Schutzgebieten vor. Die Bestände werden auf wenige zehntausend Tiere geschätzt. Die Tiere wurden früher von der einheimischen Bevölkerung zum essen gefangen, außerdem waren sie für Tierversuche sehr beliebt. Heute leiden sie eher unter der Einschränkung ihrer Lebensgebiete.
Auf die Gefahr hin, euch zu Tode zu langweilen – ich hab nochmal Bilder von dem Roten Vari Jungtier gemacht. Mittlerweile informiert uns der Zoo auch über ihn: Es ist ein Männchen, er wurde am 28. März 2009 geboren, die Mutter ist Tahvia (falls ich die Handschrift richtig deute) und 12 Jahre alt, der Vater ist Octave (?) und 11 Jahre alt. :-)
Mittlerweile ist er auch tagsüber quicklebendig und kann gar nicht aufhören, herumzuturnen. Sein Fell ist schon genauso gefärbt, wie das der großen Varis, mit den rot-plüschigen Teddybär-Ohren, dem weißen Fleck im Nacken und der dunkle Schwanz wird auch immer flauschiger.
Die Bilder sind nicht toll, dazu ist das Licht im Madagaskar-Haus einfach zu schlecht und die Scheiben vor den Gehegen tun ihr Übriges, aber ihr könnt sicher genug erkennen, um zu verstehen, warum ich ihn so gern besuche.
Ich verspreche Euch, es kommen bald auch wieder Berichte aus dem Kölner Zoo, aber heute habe ich nochmal was ganz besonderes aus der Lemuren-Welt.
Ende April ist nämlich im Zoo von Denver ein kleines Fingertier zur Welt gekommen. Fingertiere gehören auch zu den Lemuren und sind vom Aussterben bedroht. Ich habe hier zwei Videos eingebunden – erst eines aus dem Zoo von San Francisco, wo im letzten Jahr ein Fingertier-Jungtier zur Welt kam, und ich habe für Euch transkribiert und übersetzt, was dort erzählt wird. Weiter unten kommt dann das zweite Video über das Aye-aye (so werden Fingertiere auch genannt) in Denver.
ENGLISCH:
I’m Corinne MacDonald, the temporary animal care supervisor for primates here at the San Francisco Zoo. I’m here to talk to you about our recent birth, our aye-aye.
Aye-ayes are nocturnal prosimians which means basically they are primates that are active at night. So during our daylight hours they sleep, during our night time they are out in the forest, foraging, eating, very active. They go to deadfall, they tap on the deadfall, they try to listen for the reveberations which tells them hopefully that there’s a grub, bird in that wood. Den Rest des Eintrages lesen »
Der Sclaters Maki oder Blauaugenmaki hat noch einen dritten Namen, nämlich Türkisaugenmaki. Wer mein Bild anschaut, weiß warum!
Interessant an diesem Lemur ist, dass das Männchen ganz anders gefärbt ist, als das Weibchen. Er ist pechschwarz und sie hat eine hellbraune Färbung. Beide sehen, wie ich finde, besonders hübsch mit ihren tollen blauen Augen aus.
Die unterschiedliche Färbung bei Männchen und Weibchen nennt man übrigens Geschlechtsdichromatismus; ein Phänomen, das bei den Lemuren oft zu finden ist, nämlich bei allen großen Makis. Zu dieser Gattung gehört auch der Sclaters Maki, ebenso wie Rotbauchmakis (bei denen Kinder und Weibchen einen wunderschönen weißen Bauch haben!), Mongozmakis oder Weißkopfmakis.
Der Kölner Zoo hat mit den Zoos von Saarbrücken und Mulhouse sowie der Universität Strasbourg ein Konsortium (AEECL) gegründet, das sich dem Schutz der Sclaters Makis widmet. Das Forschungszentrum befindet sich im Sahamalaza – Iles Radama Nationalpark in Madagaskar. Neben den Sclaters Makis werden auch andere Lemurenarten geschützt, beobachtet und erforscht.
In diesem Jahr geht es dort speziell um die Beschreibung des Lebensraum der Blauaugenlemuren, die Schätzung ihres Bestandes und die soziale Entwicklung der Jungtiere bzw. das Verhalten der Mütter.
Der Große Bambuslemur ist gar nicht so groß, er wiegt nur maximal 2,5 Kilogramm und wird höchstens 42 Zentimeter lang (Kopf-Rumpf-Maß; der Schwanz ist etwas länger mit bis zu 48 Zentimetern). “Groß” heißt er deswegen, weil er der größte der sieben Bambuslemuren ist. Weil er sich von den anderen Bambuslemuren deutlich unterscheidet, wurde ihm kürzlich eine eigene Gattung zu gewiesen.
Laut Homepage des Zoos in Köln leben drei der Bambuslemuren im gleichen Gebiet Madagaskars, fressen die gleichen Bambussorten und nehmen sich doch nicht gegenseitig die Nahrung weg. Goldene Bambuslemuren fressen die blausäurehaltigen Teile, Kleine Bambuslemuren die Blätter, Große Bambuslemuren das Mark der Stängel und die jungen Sprossen. Wer da als “Kleiner Bambuslemur” gemeint ist, weiß ich nicht – diese Bezeichnung finde ich sonst nirgends. Vielleicht ist der Westliche Bambuslemur gemeint, auch Sambirano-Bambuslemur, denn er ist der kleinste Bambuslemur.
Großer Bambuslemur
Ähnlich wie bei anderen Tieren, die sich auf Bambus spezialisiert haben, müssen Bambuslemuren viel schlafen und auch sonst Energie sparen, weil ihre Nahrung nicht besonders reichhaltig ist. Auch große und kleine Pandas sind deswegen so langsam bzw. brauchen viel Schlaf. Unsere Großen Bambuslemuren in Köln demonstrieren das deutlich. So wach wie auf den Bildern sieht man sie selten und es soll nicht unerwähnt bleiben, dass eine Pose, die einmal eingenommen wurde, dann auch erstmal so gehalten wird. Der Lemur, der hier die Beine gegen den Bambus-Behälter stemmt, saß mindestens eine Viertelstunde so da – vielleicht auch deutlich länger!
In europäischen Zoos werden nur 15 Große Bambuslemuren gehalten, also ist Köln hier unbedingt sehenswert. Bei Feldforschungen in den letzten 20 Jahren wurden nur 12 Gruppen mit insgesamt weniger als 100 Tieren festgestellt, die Gesamtpopulation dürfte zu den niedrigsten aller Lemurenarten zählen.
Seit einem Jahr sammele ich jetzt Impressionen aus dem Kölner Zoo, anderen Zoos und verschiedene Tier-Fundstücke, die ich im Internet finde. Ich liebe Tiere, manche ganz besonders, so wie Lemuren, und ich fotografiere sie für mein Leben gern.