Posts Tagged “Madagaskar”

Der Große Bambuslemur ist gar nicht so groß, er wiegt nur maximal 2,5 Kilogramm und wird höchstens 42 Zentimeter lang (Kopf-Rumpf-Maß; der Schwanz ist etwas länger mit bis zu 48 Zentimetern). „Groß“ heißt er deswegen, weil er der größte der sieben Bambuslemuren ist. Weil er sich von den anderen Bambuslemuren deutlich unterscheidet, wurde ihm kürzlich eine eigene Gattung zu gewiesen.

Laut Homepage des Zoos in Köln leben drei der Bambuslemuren im gleichen Gebiet Madagaskars, fressen die gleichen Bambussorten und nehmen sich doch nicht gegenseitig die Nahrung weg. Goldene Bambuslemuren fressen die blausäurehaltigen Teile, Kleine Bambuslemuren die Blätter, Große Bambuslemuren das Mark der Stängel und die jungen Sprossen. Wer da als „Kleiner Bambuslemur“ gemeint ist, weiß ich nicht – diese Bezeichnung finde ich sonst nirgends. Vielleicht ist der Westliche Bambuslemur gemeint, auch Sambirano-Bambuslemur, denn er ist der kleinste Bambuslemur.

Ähnlich wie bei anderen Tieren, die sich auf Bambus spezialisiert haben, müssen Bambuslemuren viel schlafen und auch sonst Energie sparen, weil ihre Nahrung nicht besonders reichhaltig ist. Auch große und kleine Pandas sind deswegen so langsam bzw. brauchen viel Schlaf. Unsere Großen Bambuslemuren in Köln demonstrieren das deutlich. So wach wie auf den Bildern sieht man sie selten und es soll nicht unerwähnt bleiben, dass eine Pose, die einmal eingenommen wurde, dann auch erstmal so gehalten wird. Der Lemur, der hier die Beine gegen den Bambus-Behälter stemmt, saß mindestens eine Viertelstunde so da – vielleicht auch deutlich länger!

In europäischen Zoos werden nur 15 Große Bambuslemuren gehalten, also ist Köln hier unbedingt sehenswert. Bei Feldforschungen in den letzten 20 Jahren wurden nur 12 Gruppen mit insgesamt weniger als 100 Tieren festgestellt, die Gesamtpopulation dürfte zu den niedrigsten aller Lemurenarten zählen.

Ein paar Links:
http://www.naturbilder-datenbank.de/showpic.php?id=5442
http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Bambuslemur
http://www.discoverlife.org/endangered/
http://www.sciencedaily.com/releases/2008/07/080722072025.htm

Comments Keine Kommentare »

Es gibt einige Tiere im Zoo, die man nicht so oft sieht. Größtenteils handelt es sich dabei um nachtaktive Tiere. Manche sind aber auch kathemeral, d. h. sie sind ein paar Stunden wach, schlafen dann wieder einige Stunden, sind wieder wach usw. Ihnen ist es also egal, ob Tag oder Nacht ist. Dazu gehören z. B. viele Wieselartige aber auch die Rotbauchmakis.

Ringelschwanzmungohttp://zoo.blog-haus.net/wp-content/uploads/2009/04/ringelschwanzmungo-650x536.jpg 650w, http://zoo.blog-haus.net/wp-content/uploads/2009/04/ringelschwanzmungo.jpg 1000w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" />

Ringelschwanzmungo

Seit ich meine Jahreskarte habe (Ende März gekauft), war ich nun schon fast zehn Mal im Zoo. Dabei habe ich erst zweimal die Ringelschwanzmungos gesehen. Sie wohnen im Giraffenhaus mit Außengehege zum Madagaskar-Haus hin. Das passt auch, denn sie stammen ebenso wie die Lemuren aus Madagaskar.

Sie werden bis zu einem Kilo schwer und sind kleine Raubtiere. Außer Beutetieren (kleine Säuger, Amphibien, Insekten, Fischen) fressen sie auch Eier und Obst. Sie leben in kleinen Familienverbänden.

Der Kölner Zoo schreibt über seine Bewohner, dass sie zu den Mangusten gehören, ebenso ebenso wie die Indischen Mungos (die sogar Skorpione und giftige Schlangen erlegen) und die Erdmännchen. Laut Wikipedia betrachtet man  sie aber mittlerweile als eine Unterfamilie der Madagassischen Raubtiere (Eupleridae), die wiederum nahe Verwandte der Mangusten sind.

Comments 3 Kommentare »

Als ich letzte Woche zu den Lemuren, meinen Lieblingen, wollte, war das Madagaskar-Haus geschlossen – wegen Geburt! Ich schlich um das Haus und schaute allen Varis und anderen Lemuren zu, die draußen herumturnten, bis ich einen Pfleger erwischte, den ich befragen konnte. Bei den Roten Varis hatte es Nachwuchs gegeben, sagte er mir.

Also war ich gespannt auf den Moment, wenn das gemeine Volk auch den Mini-Vari bewundern durfte. Am Dienstag war ich dann im Haus, konnte aber nichts verdächtiges entdecken. Gestern dagegen war es endlich so weit. Die Vari-Mama war gleich im Käfig rechts neben dem Eingang untergebracht und ihr Nachwuchs saß neben ihr und guckte mit seinen runden bläulichen Augen die Besucher an.

So richtig hübsch ist das Kleine nicht und ich hätte auch nicht erkannt, was es mal werden soll! Auf jeden Fall hampelt es schon ganz schön herum und drohte einmal auch von seinem Brett zu fallen: Es hielt sich nur noch mit den Vorderfüßchen fest und strampelte entsetzlich mit den Hinterbeinen. Die Mama ließ es ein paar Sekunden zappeln, dann schnappte sie es erst mit ihren Händen, nahm es dann ganz in die Schnauze und setzte es ganz sicher hinten an die Wand. Zur Sicherheit schlang sie noch den Schwanz um ihr Kind und dann war erstmal Ruhe im Karton! ;-)

Wer ein deutliches Bild eines Vari-Babys sehen möchte, dem empfehle ich dieses hier:
http://www.flickr.com/photos/94554340@N00/497553073/

Übrigens: so sehen Rote Varis beim Schlafen aus (siehe unten). Kein Wunder, dass man im Lemuren-Haus fast jeden Tag ein Kind trifft, das entsetzt ruft: „Guck mal, da ist ein totes Tier!“

Schlafende Rote Varishttp://zoo.blog-haus.net/wp-content/uploads/2009/04/roter-vari-03-350x143.jpg 350w" sizes="(max-width: 650px) 100vw, 650px" />

Schlafende Rote Varis

Der Rote Vari ist der größte der echten Lemuren. Er lebt auf der Masoala-Halbinsel im nordöstlichen Madagaskar. Rote Varis leben in Gruppen von 2 bis 20 Tieren und fressen Obst, Blätter und Nektar. Ihr Bestand ist nur noch sehr klein.

Links:
http://www.bristolzoo.org.uk/learning/animals/mammals/red-lemur
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Varecia_rubra?uselang=de
http://lemur.duke.edu/animals/redruffed/

Comments Keine Kommentare »

Blog Top Liste - by TopBlogs.de blogoscoop