Posts Tagged “Menschenaffe”

Bei meinem letzten Besuch im Zoo fand ein Massenkuscheln bei den Bonobos statt – mehrere Tiere lagen zusammen und halb aufeinander. Dabei war auch Binti, die Mutter des Bonobokindes, von dem ich leider immer noch nicht weiß, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist – mag mich da jemand aufschlauen? Das Kleine lag jedenfalls auf ihrem Bauch, ließ sich vom Herumwälzen der Mama nicht stören und sah sich um.

Da die Zuschauer leider keinen besonders guten Blick auf die Bonobos haben, musste ich durch Pflanzen und eine ziemlich schmutzige Scheibe fotografieren – deswegen gibt es von mir erst jetzt Bilder des Bonobo-Nachwuchses und auch diese sind nicht gerade in Top-Qualität.

Der Sichtbereich wurde übrigens deswegen eingeschränkt, weil die Bonobos stark auf die Zoobesucher reagiert haben. Eine der Scheiben ist fast ganz mit Ästen verkleidet worden und der restliche Bereich besonders gut begrünt.

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Am 4. März 2010 kam ein Gorillababy im Zoo zur Welt. Gina und Kim sind die Eltern. Natürlich wollte ich es auch gern sehen, aber mir war schon klar, dass die Chancen nicht so gut standen. Gina saß mit dem Rücken zum Fenster am Wasserfall und wippte vor und zurück. Von einem anderen Fenster aus konnte ich dann zwischen Pflanzen durchlinsen und die beiden auch von vorn sehen. Mama Gina schaukelte ihr Baby heftig, aber das mögen ja auch Menschenkinder. Kurze Zeit später stand sie auf und legte sich zusammen mit Papa Kim direkt unter eine Fensterscheibe. Mit akrobatischen Verrenkungen konnte man die beiden erwachsenen Gorillas sehen, nicht aber das Baby, das Gina liebevoll im Arm hielt.

Der Zoo selbst hat natürlich ein paar Bilder:
http://www.koelnerzoo.de/zoo-aktuell/neuigkeiten/gorilla-baby-im-koelner-zoo/

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Der Zoologe und Verhaltensforscher Frans de Waal vergleicht in diesem Buch Menschen und Menschenaffen. Da wir alle von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, lässt die Entwicklung „unserer Vettern“ Schlüsse auf unsere eigene Vergangenheit zu.

Bonobo-Mann aus dem Zoo in Köln

Bonobo-Mann aus dem Zoo in Köln

De Waal bezieht sich dabei primär auf sein Spezialgebiet:  Schimpansen und  Bonobos. Schimpansen sind wohl jedem bekannt; Bonobos allerdings wurden erst im letzten Jahrhundert entdeckt. Die Forschung ist daher – und weil Bonobos in freier Natur so schwer zu beobachten sind – noch nicht sehr weit. Weil der Bonobo-Bestand nur noch so gering ist, arbeiten viele Zoos an der Erhaltung mit. Außerdem ist der deutlich friedlichere Bonobo leichter zu halten, nicht zuletzt weil Schimpansen recht fremdenfeindlich sind und neue Mitbewohner in der Gruppe kaum dulden. In Zoos ist man aber darauf angewiesen, kleinere Gruppen zu halten und einzelne Mitglieder von Zoo zu Zoo immer wieder auszutauschen, um Inzucht zu vermeiden.

Auch in Köln lebt übrigens eine Bonobo-Gruppe im Menschenaffenhaus des Zoos. Die beiden vierjährigen Bonobo-Mädchen Besede und Bashira erfreuen sich bei den Besuchern besonderer Beliebtheit.

Zurück zum Buch: Sind Menschen (oder Bonobos oder Schimpansen?) von Natur aus Krieger? Sind sie sozial? Ist Freundlichkeit und Mitgefühl angeboren oder erlernt? Wie steht es mit der Moral – ist sie ein aufgezwungenes Konstrukt und haben Tiere eine Moral?

Dieses Buch schafft somit zwei Dinge: Es bringt uns unsere nahen Verwandten, die Schimpansen und Bonobos näher, mit vielen vielen Beispielen aus de Waals langjähriger Arbeit in Zoos und freier Wildbahn. Als Beispiele zieht de Waal aber auch andere Affen und Menschenaffen heran.

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Vor allem aber hilft es, uns Menschen zu verstehen. Zwar ist Frans de Waal nur ein Wissenschaftler, mit einer Meinung unter vielen. Mir erscheint seine Argumentation aber sehr schlüssig: Wenn sich ein gewisses Verhalten sowohl bei Gorillas, die sich früher als der Mensch von der gemeinsamen Vorfahrenlinie abgespalten haben, zeigt, als auch bei Bonobos und Schimpansen, die sich erst nach uns als zwei Arten ihrer Gattung entwickelt haben, dann liegt es nahe, dass dieses Verhalten auch mit uns etwas zu tun hat.

Wohltuend ist dabei, dass de Waal scheinbar optimistischer ist als ich und die Seiten des Menschen, die ich als fast ausschließlich negativ bewerte, durchaus positiv sieht.

Zu jedem Thema lässt de Waal auch Theorien vieler Psychologen, Philosophen, Soziologen und anderer Wissenschaftler Revue passieren. Ich finde, es ist eine rundum gelungene Betrachtung über den Menschen sowie seine nahen Verwandten und kann es nur empfehlen.

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